Eine Gravitationslinse hat einer Gruppe von Astronomen erstmals einen Blick auf die erste Sternengeneration des Universums erlaubt. Wie die Forscher um Richard Ellis vom California Institute of Technology im Fachblatt Astrophysical Journal berichten, entdeckten sie ein System aus etwa einer Million Sternen, das sich offenbar gerade in seiner Entstehungsphase befand.
Wir beobachten dort eine Lichtquelle, die sehr viel kleiner als eine Galaxie ist und gerade ihre erste Generation von Sternen produziert, sagt Ellis. Sein Kollege Mike Santos ergänzt: “Wir sehen Wasserstoff-Gas, das von Sternen aufgeheizt wird. Aber es gibt keine Hinweise darauf, dass wir eine Mischung von Sternen verschiedenen Alters haben.”
Möglicherweise haben die Forscher die Geburt eines Kugelsternhaufens beobachtet. Diese Ansammlungen von Sternen gehören zu den ältesten Objekten des Weltalls. Viele Astronomen nehmen an, dass sie die Bausteine waren, aus denen sich später größere Galaxien wie die Milchstraße bildeten.
Nach Berechnungen von Ellis und seinen Kollegen ist ihr Baby-Kugelsternhaufen 13,4 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt – wenn man annimmt, dass das Weltall 14 Milliarden Lichtjahre alt ist. Die Helligkeit des Objekts wurde durch den Galaxienhaufen Abell 2218, der genau zwischen der Erde und dem Kugelsternhaufen liegt, um das 30-fache verstärkt. Ohne diese Gravitatioslinse wäre das Objekt auch mit dem Weltraumteleskop Hubble und dem Zehn-Meter Spiegel des Keck-Teleskops auf Hawaii nicht aufzuspüren gewesen, sagen die Forscher.
Ute Kehse





