Wenn Alzheimer auch noch nicht heilbar ist, so wäre es doch ein gewaltiger Fortschritt, wenn sich die Krankheit erkennen ließe, bevor die ersten Symptome auftreten. Dadurch könnte man den Verlauf der Demenz mit entsprechenden Medikamenten zumindest hinauszögern. Einem internationalen Forscherteam um Osama Sabri und Henryk Barthel von der Universität Leipzig ist jetzt ein wichtiger Schritt dorthin gelungen.
Die Mediziner benutzen für ihr Diagnose-Verfahren den schwach radioaktiven Marker Florbetaben. Wird die Substanz in die Armvene gespritzt, reichert sie sich im Gehirn am Eiweiß Beta-Amyloid an. Dort lässt sie sich dann mit einem Positronen-Emissions-Tomographen (PET) nachweisen. Beta-Amyloid gilt seit Langem als Auslöser von Alzheimer. Die Substanz lagert sich bereits 10 bis 15 Jahre, bevor die Krankheit überhaupt ausbricht, im Gehirn an. Das Eiweiß ist „giftig” für die Nervenzellen und dafür verantwortlich, dass diese absterben.
„Die Erkenntnisse der Studie”, erklärt Sabri, „bedeuten für die Medizin eine gravierende Verbesserung bei der Alzheimer-Diagnostik.” Sein Kollege Barthel spricht gar von einer Revolution. Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie 89 Alzheimer-Patienten und 69 gesunde Probanden untersucht und sie mit ihrer neuen Methode eindeutig unterscheiden können.





