Eindrucksvoll schildert Ernst Schäll, Verfasser zahlreicher Publikationen über Friedrich Adler sowie über die jüdische Geschichte Laupheims das Leben und Schaffen des 1878 in Laupheim geborenen Künstlers, der auch in München und Hamburg lehrte. Persönliche Erinnerungen und erfrischend unkonventionelle Zitate Adlers vermitteln gemeinsam mit Pressemitteilungen einen lebendigen Eindruck der damaligen Zeit.
Die Abbildungen der Kunstwerke bieten einen Einblick in die Arbeitswelt eines Freigeistes, dessen Karriere von großen Gegensätzen geprägt war: Erfolge wie die „Deutsche Werkbundausstellung Cöln“ im Jahre 1914 oder die berühmten Hamburger Künstlerfeste stehen dabei dem Berufsverbot unter den Nationalsozialisten und die Ermordung Adlers in Auschwitz gegenüber.
Das sachlich fundierte und interessant verfaßte Buch schildert nicht nur den Werdegang eines außergewöhnlichen Künstlers, sondern wartet zudem mit hochwertigen Darstellungen selten abgebildeter Arbeiten auf, die nicht nur für Liebhaber des Jugendstils sehenswert sind.
Rezension: Laser, Bettina




