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Freundschaft unter Affen
Verhaltensforscher interessieren sich sehr für das soziale Miteinander von Affen als nächste Verwandte des Menschen. Gute Bedingungen für ihre Beobachtungen bieten Parks wie der Affenberg Salem in der Nähe des Bodensees, wo halbwilde Berberaffen in natürlicher Umgebung leben.
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von CHRISTIAN JUNG
Affen toben durchs Geäst, es knackt und kracht – ein gewaltiges Spektakel. Soeben geht eine Fütterung zu Ende, und die Jagd auf die letzten Leckereien ist in vollem Gange. Die Aufmerksamkeit von Roland Hilgartner gilt zwei Berberaffen-Männchen auf einem Ast nicht weit von ihm, die gerade noch mit lautem Geschrei eine Auseinandersetzung ausgetragen haben. „Was sich hier beobachten lässt, ist typisch für Berberaffen“, sagt Hilgartner, seit 15 Jahren Direktor vom „Affenberg Salem“. „Sie gehen nie im Streit auseinander, auch wenn die Auseinandersetzung noch so heftig und laut war.“ Tatsächlich scheint sich die Stimmung allmählich zu verändern, die Streitenden tauschen zunehmend versöhnliche Signale aus. Sie nähern sich einander an, wobei sie „mit den Zähnen schnattern“, wie der Affenforscher das dahinfließende, Aggressionen abbauende Plappern beschreibt.
Haben zwei Berberaffen-Männchen etwas miteinander zu regeln, lässt sich zudem ein Verhalten beobachten, das bei keiner anderen Art bislang beschrieben wurde. So hält von Beginn an das im Rang niedere Tier ein Junges dicht bei sich. „Der gezielt mitgebrachte und in den Ablauf einer Meinungsverschiedenheit integrierte Nachwuchs ermöglicht die gefahrlose Anbahnung der Kontroverse und verhindert später eine Eskalation“, erklärt der Affenexperte. „An sich nachvollziehbar. Es wäre schließlich ganz und gar unpassend, sich in Anwesenheit eines Babys rüde oder aggressiv zu verhalten.“
Affenforschung in deutschen Wäldern
Die Feldforschung mitten im Wald, das Beobachten der Affen, der Bericht von Roland Hilgartner über die Arbeit mit ihnen: Das erinnert an die wissenschaftlichen Reiseberichte der berühmten Affenforscherinnen Jane Goodall, Biruté Galdikas und Dian Fossey. Vor dem inneren Auge ziehen Bilder der zentralafrikanischen Hochplateaus oder des südostasiatischen Dschungels vorbei. Doch wir befinden uns in Deutschlands tiefstem Süden, in Baden-Württemberg, nicht weit entfernt vom Bodensee. Hier toben in einem Waldstück von fast 20 Hektar Größe mehr als 200 halbwilde Berberaffen herum. Wie kamen sie hierher?
Gegründet wurde der Park vom elsässischen Baron Gilbert de Turckheim. Er wollte mit Berberaffen (Macaca sylvanus) die einzige Affenart naturnah zeigen, die sich nach Expertenmeinung sowohl hinsichtlich der Temperatur- und Witterungsakzeptanz als auch der Nahrungsquellen in Europa für eine ganzjährige Haltung im Freien eignet. Insgesamt schuf der Agrar- und Biowissenschaftler de Turckheim vier solche Parks – alle mit demselben Konzept. Den Anfang machte 1969 „La Montagne des Singes“ („Der Berg der Affen“) im elsässischen Kintzheim. 1974 folgte ein Pendant in Rocamadour an den Ausläufern des Zentralmassivs, 1976 eröffnete mit dem „Affenberg Salem“ das dritte und bis heute einzige Freigehege dieser Art in Deutschland. Seit 2005 schließlich komplettiert ein Park auf der britischen Insel bei Trentham, der „Trentham Monkey Forest“, das Quartett.
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In den vier Anlagen leben rund 800 Berberaffen – gut ein Zehntel des gesamten weltweit noch vorhandenen Bestands. Berberaffen sind von der Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for the Conservation of Nature and Natural Resources) als stark gefährdete Art eingestuft. Der Bestand an Tieren lag Erhebungen zufolge 1977 noch bei gut 20.000 Tieren, 2003 waren es noch 10.000 Tiere, aktuell geht man von 7000 bis 8000 Tieren aus – eine fatale Entwicklung, die vor allem der Zerstörung des Lebensraums und illegalem Tierschmuggel geschuldet ist. „Das zeigt die Bedeutung der Parks für die Arterhaltung und für eine kontinuierliche, kontrollierte Zucht“, betonte de Turckheim, der Ende 2020 im Alter von 80 Jahren verstarb.
So ist der Affenberg Salem eine Art Arche Noah für die Berberaffen: ein Ort, der ihnen unter naturnahen Bedingungen ein artgemäßes Leben und das Überleben außerhalb ihrer nordafrikanischen Heimat sichert. Zugleich wird hier Wissen über sie gesammelt. Denn indem Experten und etliche Naturschutzorganisationen attestieren, dass die Berberaffen in Salem – und den anderen Parks – unter weitgehend unverfälschten, wildnisadäquaten Bedingungen leben, macht sie das für die Forschung wertvoll. Für die Qualität spricht nicht zuletzt die wachsende Einbindung in Forschungsprojekte. An etwa 200 Vorhaben seien die Parks und ihre Bewohner inzwischen beteiligt, bilanzierte de Turckheim.
Männliche Affen schmieden Koalitionen
Ein Vorteil für Forscher wie Besucher ist, dass die Parkmitarbeiter über einen langen Zeitraum und viele Affen-Generationen hinweg den Alltag der Tiere miterleben. Sie haben viel wertvolles Grundlagenwissen und reichlich Daten insbesondere zur Demografie und zu den mütterlichen Verwandtschaftslinien gesammelt – eine einzigartige Basis für unzählige Forschungsfragen. Dass der Parkdirektor jeden Affen kennt, der seinen Weg kreuzt, verwundert wenig, seine genaue Kenntnis und große Aufmerksamkeit erstaunen dann aber doch.
Bei den Berberaffen führen – und das ist ungewöhnlich – die ranghöchsten Tiere beiderlei Geschlechts fast gleichberechtigt die Gruppe. Im Wettbewerb um die Spitze greifen jedoch verschiedene Strategien. So müssen die Männchen, die meist zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr an die Spitze der Hierarchie rücken, über einen langen Zeitraum andere für sich einnehmen, Koalitionen bilden – also möglichst viel Unterstützung der männlichen Gruppenmitglieder sammeln. Ausgehandelt werden diese Kontakte etwa bei der gegenseitigen Fellpflege oder den zuvor beschriebenen Begegnungen. „Letztlich müssen sich männliche Berberaffen im übertragenen Sinne wie Politiker verhalten, um Erfolg zu haben“, sagt Hilgartner. „Nur wer besonders viele, zudem wertige und belastbare Koalitionen und Freundschaften mit anderen Männchen schließt, kommt für die Spitzenposition als Chef der Gruppe infrage.“
Die Rangfolge der Männchen ist nicht statisch und kann abrupt wechseln. Anders ist es bei den Weibchen, ihr Status ist von Geburt an festgelegt. Ein ranghohes Weibchen bringt ein ranghohes Baby zur Welt. So nimmt die Tochter des führenden Weibchens schon nach kurzer Zeit die Position direkt hinter ihrer Mutter ein. Ist die Mutter gebrechlich oder stirbt, rückt die älteste lebende Tochter nach. Meistens hat diese dann ein Alter von 10 bis 14 Jahren erreicht.
Vater unbekannt
Berberaffen sind sexuell ausgesprochen freizügig: Die Weibchen paaren sich mit mehreren Männchen. Die Tiere einer Gruppe kennen also bei keinem Baby den Vater. „Die verschleierten Vaterschaften sind vor allem für die Weibchen ein Vorteil“, sagt der Biologe. Denn so kümmern sich die Affenmännchen vor allem in der ersten Zeit nach der Geburt rührend um nahezu jeglichen Nachwuchs, da jeder der Vater von jedem Baby sein könnte.
Allerdings zeigt sich dabei etwas, das schon mehrfach bei einigen Tierarten beobachtet wurde: keine Übernahme von Aufgaben, ohne dass es nicht zumindest einen Vorteil bringt. Und so nutzen die Männchen den Nachwuchs eben auch, um ihre Allianzen mit ranghöheren Geschlechtsgenossen zu schmieden. Werden die Babys bei der Begegnung mit dem Gegenüber präsentiert, wird damit symbolisch die weiße Fahne gehisst. „Signalisiert wird: Ich komme in friedlicher Absicht“, sagt Hilgartner.
Bei der Betrachtung der Evolution von sozialem Verhalten gilt der Blick zunehmend älteren Tieren. Wissenschaftler vom Deutschen Primatenzentrum sowie von der Universität Göttingen interessieren sich für mögliche Veränderungen im alternden Gehirn. Sie stellten in Studien in der Tat altersabhängige Effekte fest – allerdings teils andere als erwartet. „Betagte Berberaffen sind im Prinzip genauso erfolgreich beim Lösen von Aufgaben wie jüngere“, sagt Julia Fischer vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen. „Allerdings sind die älteren erst einmal sichtlich weniger motiviert, eine Problemsituation überhaupt lösen zu wollen.“ Und im Detail zeigte sich: „Legt man den Tieren besonders schwierige Aufgaben vor, beschäftigen sich betagte Affen nicht nur seltener mit dem Problem – sie geben auch eher auf“, ergänzt Projektmitarbeiterin Eva-Maria Rathke.
In letzter Konsequenz bleibt die Interpretation der Daten hinsichtlich der Denk- und Wissenstransferleistung älterer Affen schwierig: Zwar lässt sich de facto kein Einfluss des Alters auf die Lösungskompetenz der Tiere feststellen. Da sich überproportional viele alte Tiere jedoch nicht an den Aufgaben beteiligen mochten, bleibt letztlich unklar, ob sie bloß nicht mehr wollten oder ob sie von ihrem Leistungsvermögen her nicht mehr konnten und dies selbst auch so einschätzten. Der Klügere gibt sozusagen nicht nur nach – er lässt auch gleich die Finger davon.
Göttinger Forscher untersuchten zudem an Tieren in Salem und der französischen Schwestereinrichtung in Kintzheim, wie sich Häufigkeit und Qualitäten sozialer Aktivitäten und generell die Einbindung des Individuums in die Gemeinschaft mit zunehmendem Alter verändern. „Berberaffen haben ohne Zweifel bis ins hohe Alter Interesse an sozialen Informationen aus ihrem Alltag“, sagt Laura Almeling vom Deutschen Primatenzentrum. So hätten betagte männliche Berberaffen besonders interessiert Fotos neugeborener Äffchen angeschaut, ältere weibliche Tiere wiederum weitaus länger Bilder von mit ihnen befreundeten Affen. Hingegen befassten sie sich kaum mit Fotos anderer Gruppenmitglieder. Beide Geschlechter reagierten zudem bis ins hohe Alter heftig auf vorgespielte Hilfeschreie ihrer Spezies – vor allem dann, wenn sie von befreundeten Artgenossen stammten. Und insbesondere die Affenweibchen würden im Alter nicht das Interesse am gemeinsamen Miteinander verlieren, anders als oft angenommen. Sie reduzierten allerdings nach und nach die Zahl ihrer Kontaktpartner. Außerdem wendeten sie für die Fellpflege ihrer Artgenossen unterschiedlich viel Zeit auf, je nachdem, wie eng sie befreundet waren.
Reine Taktik oder echte Freundschaft
Die Fellpflege ist in der Verhaltensforschung ein hilfreicher Indikator: Auch wenn Berberaffen täglich Stunden damit zubringen, das Fell von diversen Artgenossen nach Schmutz und Ungeziefer abzusuchen, machen sie das nicht bei jedem x-Beliebigen, der sie dazu auffordert. Sie knüpfen auf diese Weise freundschaftliche Bande, und zwar mit Hintergedanken, hat ein Team aus tschechischen und österreichischen Forschern an Zootieren über längere Zeit beobachtet. Sie entscheiden mit Bedacht über die Nutznießer dieser Aktivität. Vor allem rangniedere Weibchen agieren hier taktisch motiviert, bietet sich ihnen doch durch die Fellpflege fast die einzige Chance für einen sozialen Aufstieg.
Außerdem fanden die Wissenschaftler heraus, dass Berberaffen-Weibchen weitaus häufiger jene Artgenossen übermäßig „verwöhnten“, von denen sie wiederholt aggressiv behandelt worden waren. „Wir interpretieren das als Demuts- und Besänftigungsgeste, die womöglich auch bewirken soll, dass das nächste Mal jemand anderes den Ärger abbekommt“, sagt Bernhard Wallner vom Zentrum für Anthropologie der Universität Wien.
Freundschaften speziell unter männlichen Berberaffen hat Julia Ostner von der Universität Göttingen untersucht. Die renommierte Verhaltensbiologin hat sowohl mit den Berberaffen in Salem gearbeitet als auch anderthalb Jahre lang Berberaffen in Marokko beobachtet. Sie konzentrierte sich auf Männchen, weil jene sich auch mal recht aggressiv ver-halten – etwa im Streit um die Weibchen. Das Team um Ostner stellte erstaunt fest, dass die Männchen Beziehungen pflegen, die sie als „vergleichbar den Kumpel-Freundschaften beim Menschen“ charakterisieren. Die Qualität dieser Beziehungen erweise sich in Krisen- und Konfliktzeiten, sagt Ostner. „Schlägt einem Berberaffen-Männchen viel Aggressivität entgegen, dämpfen funktionierende verwandtschaftliche und freundschaftliche Bindungen zu gleichgeschlechtlichen Artgenossen das Stresslevel deutlich. Das macht sie widerstandsfähiger gegen Angriffe.“
Julia Ostner hat zudem mit Kollegen in Leipzig herausgefunden, dass auch bei Makaken ein direkter Zusammenhang zwischen Männerfreundschaften und sozialem Erfolg besteht. Mehrere Jahre lang erforschten sie in Thailand die Evolution sozialer Beziehungen von den mit Berberaffen eng verwandten Assam-Makaken. Diese Studien unterstützen die Untersuchungen an Berberaffen in Parks. Das Team zeigte erstmals, dass die Stärke der sozialen Bindungen, die ein Makaken-Männchen in seiner Gruppe mit den meist nicht verwandten Geschlechtsgenossen eingeht, Einfluss auf seinen sozialen Aufstieg und letztlich die Zahl seiner Nachkommen hat.
Wenn ein Makaken-Männchen eine enge Beziehung zu einem anderen der zehn oder elf Männchen der Gruppe geknüpft hat, dann hilft der „beste Freund“ auch in Auseinandersetzungen mit anderen Männchen. „Diese Männchen kämpfen ganz eindeutig gemeinsam für ihren sozialen Status“, sagt Oliver Schülke von der Universität Göttingen. Bislang vermutete man, dass sich die Makaken-Männchen in Konkurrenzsituationen nicht zusammenschließen, da durch vielfachen Austausch zwischen den Gruppen verwandtschaftliche Beziehungen in der Regel meist fehlten.
Im Zuge der Langzeitbetrachtung zeigten die Forscher auch, dass nicht die Anzahl, sondern die Stärke der persönlichen Bindungen und Verbünde für die Koalitionen und den Aufstieg entscheidend sind und dass alle Koalitionspartner profitieren. „Je enger die Beziehung eines Männchens zu Geschlechtsgenossen ist, desto häufiger geht es erfolgreich Koalitionen gegen andere Männchen ein. Es steigt stetig im Rang und steht eines Tages mit seinem besten Freund an der Spitze der Gruppe“, erklärt Schülke. Mit dem Aufstieg in der Hierarchie nimmt auch die Zahl der Nachkommen zu und damit der Reproduktionserfolg sozial gut integrierter Männchen. Gleichzeitig verlören jene, die nicht in Freundschaften investierten, stetig an Status und schafften den Aufstieg nie.
Gleich und gleich gesellt sich gern
Die Verhaltensbiologen und Psychologen beobachteten zudem: Den männlichen Assam-Makaken fällt es umso leichter, engere Beziehungen zu Geschlechtsgenossen einzugehen, je ähnlicher sich die Tiere in ihrer Persönlichkeit sind. Andere Charaktere werden links liegen gelassen. Dass die Kausalität nicht in die entgegengesetzte Richtung verläuft, sich also enge Partner im Laufe der Zeit immer ähnlicher werden, schlossen die Wissenschaftler durch die Anlage der Untersuchungen aus. Auch blieb die Persönlichkeit der Affen stabil, veränderte sich also nicht mit einem „neuen Freund“. Dies galt selbst dann, wenn sie ihre Gruppe und damit ihre Sozialpartner wechselten.
Die Wissenschaftler um Schülke vermuten, dass dieses Verhalten aufgrund eines evolutiven Vorteils entstand. „Hat der Freund eine ähnliche Persönlichkeitsstruktur, so erleichtert dies die Kommunikation und schafft Verlässlichkeit und Vertrauen in kritischen Situationen“, schreibt das Forscherteam. Zugrunde legten sie die Persönlichkeitsmerkmale Geselligkeit, Aggressivität, Freundlichkeit, Wachsamkeit und Selbstvertrauen.
Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Ausprägung negativ oder positiv ausfällt. Entscheidend ist nur eines: Die Affen müssen etwa im Ausmaß ihrer Geselligkeit, Freundlichkeit oder auch Aggressivität übereinstimmen. Zwei Einzelgänger, die anderen aus dem Weg gehen, können beispielsweise eine ebenso enge Beziehung pflegen wie zwei ausgesprochen kontaktfreudige.
Wissenschaft dient Schutz der Tiere
„Homophilie, also die Tendenz, andere zu mögen, wenn diese einem ähnlich sind, ist ein Phänomen, das man sowohl beim Menschen kennt als auch im Tierreich – allerdings wurde es bislang nur selten wie hier bei nicht verwandten Individuen beobachtet“, sagt Schülke. „Wir gehen davon aus, dass es sich dabei vor allem mit Blick auf die Partnerwahl um eine generelle Strategie handelt, also um ein biologisches Prinzip, das tief in der Evolution von Mensch und Tier verankert ist“, so der Verhaltensökologe von der Universität Göttingen.
Mit dem in den vergangenen Jahren zusammengetragenen Wissen über das erstaunlich ausdifferenzierte Verhaltensrepertoire der Berberaffen im Hinterkopf sieht man die Tiere am Berg Salem und deren Verwandte aus einer neuen Perspektive. „Wir empfinden es als eine unserer zentralen Aufgaben, die Gesellschaft für die Belange und Probleme der Affen zu sensibilisieren, etwa die Zerstörung ihres Lebensraumes“, sagt Roland Hilgartner. Der enorme Zuwachs an Forschungskooperationen in jüngster Zeit spiele dem in die Hände. „Substanzielle Wissenschaft dient immer auch dem Schutz der Tiere“, sagt er. „Alle Aktivitäten – ob in Salem, in Nordafrika oder anderswo, ob für ein breites Publikum oder eine spezielle Klientel – haben letztlich immer ein Ziel: den Schutz jedes einzelnen Individuums und damit den Fortbestand der Art.“
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