von CHRISTIAN JUNG
Affen toben durchs Geäst, es knackt und kracht – ein gewaltiges Spektakel. Soeben geht eine Fütterung zu Ende, und die Jagd auf die letzten Leckereien ist in vollem Gange. Die Aufmerksamkeit von Roland Hilgartner gilt zwei Berberaffen-Männchen auf einem Ast nicht weit von ihm, die gerade noch mit lautem Geschrei eine Auseinandersetzung ausgetragen haben. „Was sich hier beobachten lässt, ist typisch für Berberaffen“, sagt Hilgartner, seit 15 Jahren Direktor vom „Affenberg Salem“. „Sie gehen nie im Streit auseinander, auch wenn die Auseinandersetzung noch so heftig und laut war.“ Tatsächlich scheint sich die Stimmung allmählich zu verändern, die Streitenden tauschen zunehmend versöhnliche Signale aus. Sie nähern sich einander an, wobei sie „mit den Zähnen schnattern“, wie der Affenforscher das dahinfließende, Aggressionen abbauende Plappern beschreibt.





