In seiner Studie „Fremde – Hafen – Stadt“ hat Lars Amenda die chinesische Migration in Hamburg und ihre Wahrnehmung untersucht. Anschaulich und quellennah beschreibt er Lebensbedingungen und Alltag der Chinesen im Rahmen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Hafenmetropole, stellt die Kontakte und Konflikte zwischen Chinesen und Hamburgern dar und analysiert die Motive der behördlichen Restriktionen. Dabei zieht er die Linie nicht nur bis zur Verfolgung der Chinesen durch die Nationalsozialisten, sondern bis in die Nachkriegszeit, in der zahlreiche Chinesen, diesmal als Flüchtlinge, nach Hamburg kamen und hier vor allem seit den 60er Jahren als Betreiber von Restaurants ein neues Auskommen fanden. Den wechselvollen Umgang mit dem „Fremden“ rekonstruiert Amenda überzeugend, doch hätte man sich eine Sprache gewünscht, die weniger stark im Brustton der moralischen Anklage argumentiert.
Rezension: Talkenberger, Heike





