Der Mond beeinflusst nicht nur das irdische Leben, sondern birgt vielleicht sogar selbst Lebensspuren, die über Meteoriten einst von der Erde zu ihm gelangt sind. Denn die Erde wurde wie der Mond früher von Einschlägen heftig gebeutelt. So könnte sich der leblose Mond eines Tages als Archiv der ersten irdischen Mikro-Fossilien erweisen sowie von uraltem Gestein, das auf der Erde durch das beständige Recycling der Erdkruste längst zerstört ist. Der umgekehrte Weg ist freilich viel wahrscheinlicher – und bereits nachgewiesen, denn auch ohne Raumfahrt gibt es Mondgestein auf der Erde. Eine Liste der Washington University verzeichnet 136 solcher Meteoriten – vom Krümelchen bis zum 13-Kilogramm-Brocken. Chemische Zusammensetzung, Mineralien und auch Isotopenverhältnisse weisen die Steine als Mondfragmente aus, denn sie ähneln frappierend den Apollo-Proben. Bei Einschlägen wurden sie aus der Mondkruste gebrochen und auf Fluchtgeschwindigkeit beschleunigt. Das sind 2,4 Kilometer pro Sekunde – nur ein Fünftel des irdischen Werts. Wahrscheinlich reichen dafür schon kleinere Einschläge. Die „Reisezeiten” zur Erde schwanken stark. Trödler brauchen bis zu 20 Millionen Jahre, besonders fixe Exemplare überwinden die Distanz schon nach ein paar Jahrhunderten. Gefunden werden solche Trümmer bevorzugt in Afrika und der Antarktis.





