Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-392
E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Startseite/Erde & Umwelt/Artikel
Fossiler Erdhörnchen-Kot gibt Einblicke in Urzeit-Ökosystem
Erde & Umwelt

Fossiler Erdhörnchen-Kot gibt Einblicke in Urzeit-Ökosystem

So könnte die Landschaft im Yukon-Territorium im mittleren Pleistozän ausgesehen haben. Die alte DNA im Kot der arktischen Erdhörnchen gibt Aufschluss über die damalige Tier- und Pflanzenwelt. · Foto: Mercedes Minck/Hakai Institute

Im kanadischen Permafrost haben Forschende ein außergewöhnliches Archiv mit bis zu 700.000 Jahre alter DNA entdeckt: den Kot urzeitlicher Erdhörnchen. Die versteinerten Hinterlassenschaften der kleinen Allesfresser enthalten nicht nur das Erbgut der Erdhörnchen selbst, sondern auch DNA-Spuren von Wollmammuts, Pferden, Bisons, amerikanischen Geparden, Hasen sowie von zahlreichen Pflanzen, Pilzen und Bakterien. Damit offenbaren sie einzigartige Einblicke in das Ökosystem der damaligen Zeit.
Autor
Nadja Podbregar
09. Juni 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Die Klondike Goldfelder im Yukon-Territorium im Nordwesten Kanadas sind vor allem berühmt für ihre historischen Goldvorkommen, die Ende des 19. Jahrhunderts einen Goldrausch auslösten. Doch für die paläontologische und geologische Forschung birgt die Region ganz andere Schätze: In weiten Teilen besteht der Boden aus Permafrost, der teilweise seit hunderttausenden von Jahren nicht getaut ist und damit wertvolle Informationen über vergangene klimatische und ökologische Bedingungen bewahrt hat.

Alte DNA im Kot

Eine ganz besondere Art von „Zeitkapseln“ hat nun ein Team um Tyler Murchie vom Hakai Institute in Kanada analysiert: Aus dem Permafrost der Klondike Goldfelder bargen die Forschenden 13 versteinerte Kotproben von arktischen Erdhörnchen (Urocitellus parryii), die teils bis zu 700.000 Jahre alt sind. „Koprolithen, also urzeitliche Exkremente, können als zeitlich begrenzte biologische Momentaufnahme der Vergangenheit dienen, da sie eine Vielzahl von Biomolekülen und sogar alte DNA (aDNA) enthalten, darunter die aDNA ihres Urhebers, seiner Nahrung, seines Darmmikrobioms sowie die aDNA anderer Organismen aus seiner unmittelbaren Umgebung“, erklären Murchie und seine Kollegen.

Ebenso wie heutige arktische Erdhörnchen gruben auch ihre Vorfahren vor rund 700.000 Jahren bereits Höhlen und Gänge in den Boden. Dort sammelten sie ihre Nahrungsvorräte, darunter Pflanzen, Samen und Aas, und hinterließen außerdem ihre Ausscheidungen. Da der Permafrost ihre Bauten über viele Jahrtausende versiegelt und konserviert hat, ist das genetische Material bis heute erhalten geblieben. So konnten die Forschenden 18 mitochondriale Genome rekonstruieren, darunter zwölf von Erdhörnchen, drei von Pferden, zwei von Steppenbisons und eines von einem Schneeschuhhasen. Zudem fanden sie DNA-Spuren von Wollmammuts, amerikanischen Geparden, Wölfen und zahlreichen weiteren Tieren der damaligen Fauna. Außerdem identifizierten sie mehr als 200 verschiedene Pflanzengruppen sowie zahlreiche Bakterien.

Koprolith
Über zehntausende bis hunderttausende von Jahren waren die Exkremente der Erdhörnchen im Permafrost eingeschlossen. Nun haben die Forschenden die darin enthaltene alte DNA analysiert. © Scott Cocker

Informationen über Ökosysteme, Verbreitung und Evolution

Da die untersuchten Koprolithe unterschiedlich alt sind – von etwa 17.000 bis 700.000 Jahren – lassen sich anhand der DNA-Analysen auch Veränderungen der urzeitlichen Ökosysteme feststellen. „Wir können den ökologischen Wandel beobachten, vom mittleren Pleistozän, als es ein Mammut-Steppen-Ökosystem gab, das von Gräsern und blühenden Kräutern dominiert wurde, bis hin zu den Ökosystemen, die wir heute haben, die eher von bewaldeten Landschaften geprägt sind“, erklärt Murchie.

Die Ergebnisse liefern zudem neue Informationen über die Evolution der arktischen Erdhörnchen. Demnach spaltete sich vor rund 700.000 Jahren eine zuvor unbekannte genetische Linie ab – lange bevor sich die meisten der heutigen Arten arktischer Erdhörnchen herausbildeten. Die nächsten Verwandten der damals im Yukon-Territorium heimischen Erdhörnchen kommen heute nur noch jenseits der Beringstraße in Sibirien vor.

„Diese Erkenntnisse helfen uns, die Ausbreitung im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Evolution zu verstehen“, sagt Co-Autor Hendrik Poinar von der McMaster University in Kanada. „Letztendlich können wir Gene untersuchen, die aufgrund des Klimawandels in der Vergangenheit selektiert wurden, und das könnte uns dabei helfen zu verstehen, wie sich Tiere heute an unser derzeitiges, sich erwärmendes Klima anpassen – oder auch nicht.“

Quelle: Tyler Murchie (Hakai Institute, Heriot Bay, British Columbia, Kanada) et al., Nature Communications, doi: 10.1038/s41467-026-72977-6

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
Orcas lassen Mondfische zerplatzen – zum Spaß?
Erde & Umwelt

Orcas lassen Mondfische zerplatzen – zum Spaß?

23. Juli 2026

Im Golf von Kalifornien wurden Orcas dabei gefilmt, wie sie einen Mondfisch so stark rammen, dass er explodiert – möglicherweise zu ihrer Unterhaltung.

Wie viel Wasserstoff liegt unter den Pyrenäen?
Erde & Umwelt

Wie viel Wasserstoff liegt unter den Pyrenäen?

22. Juli 2026

Auch im Untergrund gibt es größere Wasserstoffvorkommen – unter anderem unter den Pyrenäen. Doch wie viel Wasserstoff entsteht dort wirklich?

Auch Affen haben einen Sinn für Geometrie
Erde & Umwelt

Auch Affen haben einen Sinn für Geometrie

22. Juli 2026

Geometrische Fähigkeiten sind einer Studie zufolge nicht einzigartig menschlich. Makaken und Paviane können Formen ähnlich gut abstrahieren wie Vorschulkinder.

Immer mehr Klimawandel-Skeptiker in Deutschland
Erde & Umwelt

Immer mehr Klimawandel-Skeptiker in Deutschland

21. Juli 2026

Obwohl die Folgen der Klimakrise spürbar sind, bezweifeln heute mehr Menschen den anthropogenen Klimawandel und die Klimaschutz-Notwendigkeit als früher.

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite