Zwei Forscher der Universität von Mississippi glauben, dass sich die Dynamik Schwarzer Löcher in gewisser Weise mit der von Seifenblasen vergleichen lässt.Die Forscher zeigten, dass sich die physikalischen Eigenschaften des Ereignishorizonts eines Schwarzen Lochs mittels eines hydrodynamischen Modells erklären lassen. Der Rand dieses gefräßigen Monsters im All lässt sich demnach durch eine unter Spannung stehende Membran beschreiben ? ebenso wie die durch die Oberflächenspannung gestreckte Haut einer Seifenblase.
Vitor Cardoso und Oscar Dias erweiterten in ihrer Arbeit ein schon vor mehreren Jahren aufgestelltes Modell, das den Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs durch die Dynamik einer Membran beschreibt. In ihrer theoretischen Arbeit zeigen die beiden Wissenschaftler, dass Instabilitäten schnell rotierender Schwarzer Löcher mittels unter Spannung stehender Membranen erklärt werden können. Auch die Aufspaltung gestreckter, zigarrenförmiger Schwarzer Löcher in mehrere Untereinheiten kann so beschrieben werden.
Laut Cardoso können auf diese Art und Weise die Auswirkungen von Einsteins Gleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie mithilfe von hydrodynamischen Modellen modelliert werden. Das beste Beispiel stellen unter hoher Oberflächenspannung stehende Seifenblasen dar, so die Forscher. Somit könnten sich prinzipiell im Labor durchgeführte Untersuchungen der Dynamik von Seifenblasen auf Schwarze Löcher übertragen lassen.
Wenn Materie oder Licht in den Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs eindringt, so können sie aus diesem aufgrund von dessen enormer Gravitation nicht mehr entweichen. Forscher spekulieren jedoch, dass ein Teil der dabei verschwundenen Informationen durch das Verdampfen des Schwarzen Lochs ? die so genannte Hawking-Strahlung ? wieder gewonnen werden könnte. Forscher sind daher sehr an einfachen Modellen der Dynamik des Ereignishorizonts interessiert.
Physical Review Letters (Band 96 Artikel 181601) Stefan Maier





