
Andy Marshall von der University of York ist der Fotograf des Frosch-Porträts und Leiter des Projekts. Er berichtet von seiner Forschungsarbeit im Wald und dem Geräusch von Äxten und Macheten, das ihn noch vor 15 Jahren immerzu begleitet hat. „In den letzten paar Jahren haben wir gemeinsam mit den Dorfbewohnern vor Ort nach alternativen Quellen für Holz gesucht. Der Wald war fast komplett abgeholzt. Jetzt wachsen hier wieder Tausende kleine Bäume.“ Und die sind gerade für die ansässigen Menschen wichtig. Sie sind auf die Landwirtschaft angewiesen, bauen Reis und Zuckerrohr an. Ohne den Wald käme es zu Überschwemmungen und Bodenerosion.
Ein Reservat für den Udzungwa-Stummelaffe
Die internationale Aufmerksamkeit zog der Magombera Wald erstmals 2009 auf sich, als Marshall dort eine neue Chamäleon-Spezies entdeckte. Durch den Fund interessierten sich immer mehr Menschen für seine Forschung und wollten für den Erhalt des Waldes spenden. Geld können der Forscher und sein Team nach wie vor brauchen: Sie wollen ein 2,6 Hektar großes Naturreservat aufbauen. Unterstützt werden sie dabei von der Regierung Tansanias, der Tanzania Forest Conservation Group und dem britischen Zoo Flamingo Land. Das Reservat wird kein Einzelfall sein: Tansania nimmt diesbezüglich eine weltweit führende Rolle ein. Über 40 Prozent der Landesfläche steht unter Schutz.
Neben den Magombera-Chamäleons sind im Wald noch mehr einzigartige, teils auch gefährdete Tiere und Pflanzen beheimatet. Leicht erkennbar ist beispielsweise der Udzungwa-Stummelaffe an seinem roten Fellbüschel auf dem Kopf. Nach ihm ist das Waldprojekt benannt. Er soll in Zukunft Touristen in den Wald locken. Laut Plan können sie die Tiere und Pflanzen in deren Lebensraum bestaunen, ohne sie zu stören. Das eingenommene Geld soll dem Reservat, benachbarten Dörfern und der Regierung Tansanias zugutekommen.





