Schon mit heute verfügbarer Technik könnte der weitere Anstieg des Kohlendioxidausstoßes in die Atmosphäre gestoppt und damit die Klimaprobleme der kommenden fünfzig Jahre gelöst werden. Das haben Stephen Pacala und Robert Socolow von der Universität in Princeton in einem Rechenmodell gezeigt. Die amerikanischen Wissenschaftler widersprechen damit den häufig gemachten Aussagen, die globalen Klimaprobleme seien nur mit exotischen und bislang noch nicht verfügbaren Technologien wie der Kernfusion oder Solarkraftwerken im Weltall zu lösen. Die Forscher veröffentlichen ihre Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift Science (Bd. 305, S. 968).
Viele Klimamodelle sagen voraus, dass sich der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre im Vergleich zum vorindustriellen Stand binnen der nächsten 50 Jahre verdoppeln wird. Mit einer Kombination aus insgesamt 15 Maßnahmen ließe sich diese Erhöhung jedoch verhindern, schlagen Pacala und Socolow vor. Dabei empfehlen die Forscher Altbekanntes wie den Verzicht auf das Auto, effektivere Kraftwerke und den Schutz des Regenwalds, aber auch exotischere Ansätze wie die Speicherung von Kohlendioxid in geologischen Reservoirs und die Verwendung von Brennstoffzellen in Autos. Die umstrittene Kernkraft ist ebenfalls Teil des Pakets.
Es sei jedoch nicht nötig, auf Sonnenkollektoren im Weltraum, künstliche Photosynthese und zivil nutzbare Kernfusion zu warten, schreiben die Forscher. Die Nutzung solcher Technologien sei wohl erst für die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts von Bedeutung. Welche Kosten die Umsetzung ihrer Vorschläge verursachen würden, haben die Forscher allerdings nicht durchgerechnet. Ein solcher Kurswechsel könnte jedoch durchaus auch belebende Wirkung auf die Wirtschaft haben.
ddp/bdw ? Benjamin Eckenfels





