Forscher von der europäischen Raumfahrtagentur ESA wollen mit Klimamodellen der Erde die Wettervorhersage für den Mars verbessern. Damit sollen zukünftige Marsmissionen zuverlässig vor Sandstürmen auf dem Roten Planeten gewarnt werden, berichtet die ESA in einer Pressemitteilung.
Das Marswetter ist alles andere als idyllisch: Monatelang ist der Planet von Sandstürmen verhüllt. Staubwirbel von mehreren Kilometern Höhe ziehen über seine öde Oberfläche. Solche Bedingungen gefährden die Landemanöver von Raumfahrzeugen. Derzeit ist das Wetter auf dem Roten Planeten zudem schwer vorhersagbar.
Deshalb haben die Forscher ein Modell für die atmosphärische Zirkulationen auf dem Mars entwickelt, das auf denselben Grundgedanken wie die heimischen Wettermodelle beruht. Während auf der Erde Wasser die treibende Kraft ist, spielt auf dem Mars Staub die entscheidende Rolle. Die Temperaturschwankungen auf dem Roten Planeten sind dabei viel extremer, da seine Atmosphäre viel dünner ist und er anders als die Erde nicht von wärmespeichernden Ozeanen bedeckt ist. Ähnlich wie auf der Erde entstehen Winde, wenn heiße Luft am Äquator aufsteigt und kältere Luft einströmt. Auf dem Mars können sich diese zu gigantischen Sandstürmen entwickeln.
Die ESA-Forscher erhoffen sich von der Weltraummission “Mars Express”, die im Dezember 2002 beim Roten Planeten ankommen soll, weitere Aufschlüsse über die Wetterbedingungen des Mars. Mit an Bord befindet sich eine hochauflösende Kamera, die Bilder von der Marsatmosphäre aufnehmen soll.
ddp/bdw – Florian Sander





