El Niño, das nach dem Christkind benannte Wetterphänomen, beeinflusste mehrfach die Weltgeschichte. Das behauptet zumindest der Klimaforscher Cesar Caviedes von der Universität von Florida in seinem Buch “El Niño In History: Storming Through The Ages”.
Sowohl im Jahr 1811 als auch in den Jahren 1940 und 1941 war El Niño aktiv. Die jeweils auf El-Niño-Jahre folgenden La-Niña-Jahre machen sich in Osteuropa und Russland durch extrem kalte Winter bemerkbar. Im Herbst 1812 marschierte Napoleon in Russland ein. Neben militärischen Verlusten zwang ihn der harte Winter zum Rückzug.
Ähnlich erging es Hitlers sechster Armee. Im November 1942 wurden in Stalingrad 250.000 deutsche Soldaten eingekesselt. Als sie sich im Februar 1943 ergaben, waren von den von Kälte und Krankheiten gequälten Soldaten nur noch 90.000 am Leben.
Caviedes rekonstruierte die El-Niño-Ereignisse aufgrund von meteorologischen Daten und überlieferten Umweltveränderungen, die denen heutiger El Niño’s gleichen. In seinem Buch macht er El Niño für viele andere historische Ereignisse verantwortlich, so auch für den Untergang der Titanic. Das Frühjahr 1912 lag zwischen einem El-Niño- und einem La-Niña-Ereignis. Für diesen Übergangszeitraum sind häufig kalbende Eisberge am Südrand der Arktis typisch.
El Niño nimmt seinen Anfang, wenn im Pazifik der Südost-Passatwind nachlässt oder sogar seine Richtung umkehrt. Das verursacht eine Erwärmung des Oberflächenwassers im Ostpazifik, wodurch die Wetterverhältnisse auf der ganzen Erde verändert werden.
Axel Tillemans





