Astronomen der Universität von Oxford in Großbritannien haben die Bewegung unserer Galaxie durch das Universum mittels der Untersuchung weit entfernter Radiogalaxien nachgewiesen. Die Dichte der untersuchten Galaxien ist ihrer Studie zu Folge um ein Prozent in Richtung der Vorwärtsbewegung unserer Galaxie erhöht. Darüber berichten die Wissenschaftler in dem Fachmagazin Nature (Band 416 Seite 150). Ihre Beobachtungen stimmen mit durch die Bewegung unserer Galaxie verursachten scheinbaren Temperaturverschiebungen der kosmischen Hintergrundstrahlstrahlung überein.
Die Astronomen Chris Blake und Jasper Wall benutzten ein Radioteleskop des National Radio Astronomy Observatory?s Very Large Array zur Untersuchung der Anzahl weit von unserer Galaxie entfernter Radiogalaxien. Die Dichte dieser Galaxien ist den Untersuchungen nach in der Bewegungsrichtung unserer Galaxie um ein Prozent höher als in der entgegengesetzten Richtung.
Dieser Befund hat zwei wichtige Konsequenzen. Zum einen zeigt er die Bewegungsrichtung unserer Galaxie auf ? in Vorwärtsrichtung sollten die Galaxien auf Grund der Geschwindigkeit unserer Galaxie ?zusammengedrängt?, ihre Dichte also höher als in anderen Richtungen, sein. Die Untersuchung stimmt auch mit Beobachtungen der Dopplerverschiebung der kosmischen Hintergrundstrahlung, die auch durch die Bewegung unserer Galaxie verursacht wird, überein.
Zum anderen bestätigt die nur geringe Dichteschwankung von einem Prozent die Annahme einer homogenen Verteilung der Galaxien im Universum. Diese These ist unter anderem von Bedeutung für Modelle der weiteren Entwicklung unseres Kosmos.
Die Arbeit der Wissenschaftler aus Oxford stellt den ersten gelungenen Nachweis der Dichteschwankung dar. Bisherige Versuche untersuchten die Verteilung nahe benachbarter Galaxien und scheiterten daher an den lokalen wirklichen Dichtschwankungen der uns benachbarten Galaxien in der lokalen Gruppe.
Stefan Maier





