Schwerpunkt der Ausstellung wie des Katalogs ist die Zeit vom 13. Jahrhundert bis 1900. Ausgehend vom mittelalterlichen Fernhandel wird der Bogen über den Aufstieg der Stadt unter den Medici in der Renaissance bis hin zur Mythenbildung im 19. Jahrhundert gespannt.
Völlig zu Recht ist die Familie der Medici – als prägender Einfluss auf Stadtgeschehen und Kultur vom 14. bis weit ins 18. Jahrhundert hinein – der rote Faden, der sich durch die Thematik des Bandes zieht. Unter der Förderung von Kultur und Architektur durch die ehemalige Händlerdynastie wandelt sich Florenz selbst zu einem Kunstwerk. Die zwölf Essays widmen sich Themen, die in der Ausstellung selbst nur kurz behandelt werden und ergänzen damit das Porträt der Stadt. So wirft beispielsweise Philine Helas einen Blick auf die florentinisch religiös-karitativen Institutionen im 15. Jahrhundert, während die Schau in dieser Epoche besonders das Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft hervorhebt. Zur gleichen Zeit ist das Interesse an Entdeckungen fremder Länder, entscheidend für den Fernhandel, ungebrochen. Wie die Studie von Hannah Baader zeigt, lassen sich zahlreiche Verbindungen an entfernte Höfe, wie beispielsweise nach Indien, nachweisen. Auch die anderen Beiträge unterstreichen die Dynamik der Stadt, die in Wissenschaft, Politik, Kunst und Architektur das frühneuzeitliche Vorbild schlechthin blieb.
Die Sammlung der Ausstellungsstücke besticht durch detaillierte und sorgfältige Beiträge zu den mehr als 300 Objekten, die in die urbane Geschichte eingebettet werden. Größtenteils aus Florenz, aber auch aus internationalen Museen, sind Schriftzeugnisse, Skulpturen, Textilien und Gemälde in Bonn zusammengetragen worden und ergeben ein facettenreiches Bild der Stadt. Eingeführt wird jedes Kapitel mit einem kurzen Blick auf die wichtigsten Schlagwörter der Epoche, und auch die Präsentation der Objekte ist immer wieder durch kurze, aber trotzdem hilfreiche Essays unterbrochen.
Besonders erwähnenswert ist die prachtvolle und durchgehend farbige Gestaltung der Publikation. Ein sehr ausführliches Literaturverzeichnis und ein Stammbaum der Familie Medici geben zusätzliche Hilfestellung für die Beschäftigung mit dem historischen Florenz.
Rezension: Christina Reich




