Der erst in den siebziger Jahren entdeckte Magenbazillus Helicobacter pylori gilt nach anfänglichen Zweifeln der Fachwelt inzwischen unbestritten als der Haupterreger von Magenschleimhaut-Entzündung (Gastritis), Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwü-ren sowie als ein Auslöser von Magenkrebs. Der Keim nistet in den Falten der Magenschleimhaut und war dort lange Zeit schwer nachzuweisen. Inzwischen läßt er sich durch Atemtests diagnostizieren, so daß der Patient keine lästige Magensondierung über sich ergehen lassen muß. Wie der Keim aber überhaupt in den Magen kommt, ist den Ärzten nach wie vor ein Rätsel.
Amerikanische Autoren brachten nun in einem Artikel in der deutschen Ärztezeitschrift Fortschritte der Medizin die Fliegen ins Gespräch. Nach ihrer Theorie nehmen Fliegen, die sich an menschlichen Fäkalien gütlich tun, den Erreger auf und übertragen ihn auf herumliegende Lebens-mittel. Helicobacter pylori kann im Fliegendarm 30 Stunden lang überleben, wie die Ärzte in Experimenten nachwiesen.
Helmut L. Karcher





