Kater Oscar hat allen Grund zur Freude: Der schwarze Stubentiger, der auf der britischen Insel Jersey lebt, kann wieder laufen, herumtollen und Mäuse jagen. Dabei hatte Oscar einen schweren Unfall: Beim Sonnenbaden trennte ihm ein Mähdrescher beide Hinterläufe ab. Die Verletzungen wurden von einem Veterinär versorgt, aber das genügte den Besitzern nicht. Da sie sehr an ihrem zweieinhalbjährigen Hausgenossen hängen, suchten sie Rat bei Noel Fitzpatrick in Eashing bei London. Der auf Bionik spezialisierte Tierchirurg hatte 2008 von sich reden gemacht, als er einer Katze ein künstliches Kniegelenk einsetzte.
Für Oscar ließ sich Fitzpatrick etwas Besonderes einfallen. Gemeinsam mit Medizintechnikern entwickelte er zwei Beinprothesen mit künstlichen Pfoten. In einer dreistündigen Operation wurden dem Kater die silbernen Gehhilfen direkt in das Sprunggelenk implantiert. Außen beschichtete der Chirurg die Prothesen mit einer speziellen Substanz, die für ein stabiles Zusammenwachsen mit den Knochen sorgte. Nach vier Monaten waren die Wunden verheilt, und Oscar kam nach anfänglichen Schwierigkeiten überraschend gut mit seinen neuen Hinterläufen zurecht.
Dass er als erste Katze der Welt jetzt mit zwei künstlichen Beinen herumläuft, hatte allerdings auch seinen Preis: Allein die Entwicklung der Prothesen kostete umgerechnet rund 2500 Euro.





