von THOMAS BRANDSTETTER
Blut ist komplex: Die Zusammensetzung der unzähligen verschiedenen Biomoleküle, die sich dort tummeln, birgt allerlei interessante Hinweise auf den aktuellen Gesundheitszustand eines Organismus. Sie einzeln zu messen, um ihnen diese Informationen zu entlocken, ist allerdings oft mit hohem Aufwand verbunden. In der medizinischen Forschung wird daher aktuell ein vielversprechender neuer Zugang getestet: Anstatt bestimmte Moleküle einzeln zu detektieren, versetzt Infrarotlicht alle Komponenten einer Blutprobe gleichzeitig in Schwingung und erzeugt ein charakteristisches Spektrum – einen sogenannten Fingerprint. Für einen Arzt ist der Blick auf das Ergebnis einer solchen Messung allerdings nur wenig aufschlussreich. Um aus den subtilen Veränderungen in den Spektren konkrete Diagnosen abzuleiten, ist daher künstliche Intelligenz gefragt.





