Vor 70 Millionen Jahren, als auf der Erde noch die Dinosaurier lebten, explodierten in der Galaxie NGC 1316 vier Sterne. Jetzt ist das Licht dieser fernsten bekannten Novae bei uns angekommen.
Italienische Astronomen haben sie mit dem 8,2-Meter-„Antu”- Teleskop der Europäischen Südsternwarte in Chile entdeckt. Novae entstehen durch einen kannibalischen Stern: Ein Weißer Zwergstern saugt Wasserstoff von einem benachbarten Stern ab. Das Gas wird dabei so heiß, daß Kernfusionsprozesse zünden. Diese natürliche Wasserstoff bombe setzt in wenigen Wochen so viel Energie frei wie die Sonne in 10000 Jahren. Die entfesselte Strahlung ist so hell, daß sie noch über 70 Millionen Lichtjahre weit nachgewiesen werden kann – hundertmillionenmal lichtschwächer als die mit bloßem Auge gerade noch sichtbaren Sterne.
Daß in derselben Galaxie innerhalb von elf Tagen gleich vier Novae entdeckt wurden, hat die Astronomen sehr überrascht. Sie schließen daraus, daß pro Jahr rund hundert solche Explosionen dort aufleuchten – dreimal mehr als in der Milchstraße. Mit Hilfe der Sternexplosionen hoffen sie, astronomische Entfernungen präziser bestimmen zu können.
Hans Groth





