Besonders hart trifft es die Indios. Denn der Rio Xingu, der gestaut werden soll, ist die Lebensader für Dutzende von Indianervölkern im Regenwald. Dieser fast 2000 Kilometer lange Seitenarm des Amazonas ist eines der letzten intakten Flusssysteme Brasiliens. In seinem klaren Wasser leben 800 Fischarten, viele davon nur dort, sonst nirgends auf der Welt. Auf den Inseln im Rio Xingu legen Schildkröten ihre Eier ab, nisten zahlreiche Vögel. 1961 entstand hier der erste Nationalpark Brasiliens, auch, um den Lebensraum der indigenen Völker zu schützen.
Die Berlinerin Rebecca Sommer unterstützt die Ureinwohner bei ihrem Kampf gegen das Staudammprojekt. Als Menschenrechtsaktivistin vertritt sie die internationale Sektion der Gesellschaft für Bedrohte Völker bei den Vereinten Nationen. Planet e. hat sie auf ihrer Reise in das Amazonasgebiet begleitet. Ihre Hoffnung ist auch die der Indios: Die UN muss auf Brasilien einwirken, Belo Monte doch noch zu stoppen.
Die Zeit dazu wird knapp: Obwohl noch rund ein Dutzend Klagen laufen, ist der Bau bereits in vollem Gange. Regierung und Konzerne schaffen Fakten. Sie halten den Staudamm zur Stromversorgung des Landes für unverzichtbar. Schon 2015 soll Belo Monte 11000 Megawatt liefern und Brasiliens Wirtschaftsboom antreiben.




