Zwar macht gewöhnliche Materie nur fünf Prozent der gesamten Energiedichte des Universums aus – der Großteil steckt in der mysteriösen Dunklen Materie und Energie –, doch fehlte auch von diesen fünf Prozent bislang noch die Hälfte in den Bilanzbüchern der Astrophysiker. Das hat sich jetzt geändert. Fabrizio Nicastro vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und seine Kollegen haben mit dem Chandra-Röntgensatelliten die Strahlung des Blazars Markarian 421 gemessen, der das Zentrum einer weit entfernten jungen Galaxie bildet. Die Forscher fanden im Spektrum Sauerstoff- und Stickstoff-Absorptionslinien von großen Regionen aus warmem und heißem Gas im intergalaktischen Medium, 150 und 380 Millionen Lichtjahre entfernt. Die Existenz solcher Wolken mit niedriger Dichte haben Wissenschaftler schon vor längerer Zeit anhand von Computersimulationen der kosmischen Strukturbildung vorausgesagt und sie als eine Erklärung der „ fehlenden Materie” vorgeschlagen. Weniger als zehn Prozent der leuchtenden Materie befinden sich in Sternen und Galaxien und etwa 30 bis 40 Prozent im heißen Gas von Galaxienhaufen und im intergalaktischen Wasserstoff.





