Rund zehn Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen gehen auf das Konto der Modeindustrie. Verantwortlich dafür sind vor allem Fast-Fashion-Anbieter. Diese Unternehmen bringen bis zu 34 Kollektionen pro Jahr raus: Alle eineinhalb Wochen hängt neue Kleidung im Laden oder wird online beworben. Laut der Umweltorganisation Greenpeace werden bis zu 30 Prozent dieser Kleidung, die für Industrieländer produziert werden, nie verkauft. Sie werden weggeschmissen und landen auf riesigen Müllbergen. Gleichzeitig animiert die Fast Fashion auch ihre Käuferinnen und Käufer dazu, ihre Kleidung nur kurz zu tragen und schnell wieder zu entsorgen. Doch nur rund ein Prozent des weltweiten Textilmülls wird recycelt.
Die großen Probleme von Fast Fashion scheinen mittlerweile aber auch bei vielen Konsumenten angekommen zu sein: Eine Greenpeace Studie zeigt, dass viele begonnen haben, ihren Kleiderkonsum wieder etwas einzuschränken. 2015 hatten Menschen in Deutschland noch durchschnittlich 95 Kleidungsstücke im Schrank; 2022 waren es nur noch 87. Das klingt nicht nach viel Veränderung, entspricht aber insgesamt etwa 340 Millionen Kleidungsstücke pro Jahr weniger, die in deutschen Kleiderschränken hängen.
Nachhaltige Mode statt Fast Fashion
Doch was sind die Alternativen zur Konsumschwemme durch Fast Fashion? Eine Möglichkeit ist der umweltbewusste und nachhaltige Einkauf: Durch den Kauf von Kleidung aus ökologischem Anbau und Fair Trade-Produkten können wir den nachhaltigen Modemarkt fördern. Kleidung aus ökologischem Anbau verzichtet zum Beispiel auf schädliche Chemikalien und Pestizide. Das schützt nicht nur Insekten und Pflanzen, sondern auch die Gesundheit der Landwirte. Organische Düngemittel schonen außerdem den Boden. Auch der Wasserverbrauch, etwa bei Bio-Baumwolle, ist geringer, da der Boden bei nachhaltiger Bewirtschaftung Feuchtigkeit besser speichern kann.
Fair-Trade-Kleidung garantiert dagegen bessere soziale Standards bei der Kleiderproduktion: Unternehmen mit Fair-Trade-Siegeln müssen darauf achten, dass Angestellte, die oft in Entwicklungsländern die Kleidung weiterverarbeiten, unter sicheren Bedingungen arbeiten und angemessen bezahlt werden.
Solche Öko- und Fair-Trade-Textilien gelten daher als nachhaltigere Alternative zur konventionellen Mode und Fast-Fashion-Anbietern. Labels wie die Global Organic Textile Standard (GOTS) und IVN Best vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft können dabei hohe Standards in der Textilproduktion anzeigen. Bei diesen Zertifizierungen wird die gesamte Herstellungskette der Modefirmen – vom Anbau der Biobaumwolle bis zum fertigen Produkt – kontrolliert. Außerdem verbieten sie den Einsatz von riskanten Chemikalien, was sowohl die Umwelt als auch die Gesundheit der Arbeiter schützt. Neben diesen beiden Labeln empfiehlt die Verbraucherzentrale auch Kennzeichnungen wie den Grünen Knopf oder Fair Trade Cotton, für bewusst nachhaltige Kaufentscheidungen.






