Psychotherapie scheint bei Magersüchtigen wesentlich schlechter anzuschlagen als eine ärztliche Beratung. Neuseeländische Wissenschaftler haben insgesamt 56 magersüchtige Patientinnen im Alter zwischen 17 und 40 Jahren in drei Gruppen eingeteilt. Eine Patientengruppe nahm an familientherapeutischen Sitzungen teil. Bei dieser Therapieform gelten Konflikte innerhalb der Ehe oder der Familie als Ursache der Essstörung. Zusammen mit Eltern oder Lebenspartnern wird versucht, diese zu bewältigen. Die zweite Gruppe wurde verhaltenstherapeutisch betreut. Im Vordergrund steht dabei die Motivation, wieder normal zu essen, beispielsweise indem klare Gewichtsziele und Tagesrationen definiert werden. Die dritte Gruppe erhielt keine psychotherapeutische Behandlung, sondern eine gesundheitliche Beratung. Der Arzt klärte die Patientinnen lediglich über mögliche Ursachen und Folgen ihrer Krankheit auf, versuchte ihnen durch Lob und Anerkennung den Rücken zu stärken und stand für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Jede Patientin nahm an jeweils 20 Sitzungen der jeweiligen Behandlungsrichtung teil.
Durch die Familientherapie verbesserten sich die Symptome lediglich bei zehn Prozent der Teilnehmerinnen. Die Verhaltenstherapie schnitt mit 32 Prozent deutlich besser ab. Als effektivste Behandlung erwies sich jedoch mit 56 Prozent Besserung die ärztliche Beratung.





