Das sogenannte Reizdarmsyndrom könnte nach Erkenntnissen von Forschern der Universität Heidelberg genetische Ursachen haben. An dieser Erkrankung des Magen-Darm-Trakts leiden in Deutschland rund fünf Millionen Menschen. Betroffene klagen über Durchfall, Verstopfung oder einen Wechsel von beidem. Die Ursache war bisher unklar, eine wirksame Behandlung gibt es nicht.
Die Wissenschaftler um Johannes Kapeller haben entdeckt, dass Patienten, die an Reizdarmsyndrom mit Durchfällen leiden, häufig bestimmte genetische Veränderungen aufweisen. Diese führen zu einem anderen Aufbau oder zu einer anderen Zahl von Rezeptoren auf den Darmzellen, an die das Hormon Serotonin andockt, um zelluläre Signale weiterzuleiten. Durch die Modifikation der Rezeptoren wird die Reizweiterleitung im Darm gestört, und der Wasserhaushalt im Verdauungstrakt kommt aus dem Gleichgewicht. Die Folge sind Durchfälle.





