In Österreich starb vor Jahren ein Landeshauptmann stark alkoholisiert und mit überhöhter Geschwindigkeit auf der Heimfahrt bei einem tödlichen Autounfall, der glücklicherweise keine weiteren Opfer gefordert hat. Damals haben seine Parteigänger behauptet, die Sonne sei vom Himmel gefallen. Wie schlecht sich diese Leute mit Wissenschaft auskennen, haben sie ja während der Pandemie erst wieder unter Beweis gestellt. Die Sonne könnte nicht einmal dann auf die Erde stürzen, wenn sie erloschen wäre und nur noch als Weißer Zwerg im Weltall herumeierte. Herumeiern im Vergleich zu heute, wo sie noch in voller Kernfusion steht. Selbst dann wäre sie noch immer viel zu schwer. Sodass, wenn überhaupt, die Erde in die Sonne stürzen würde.
So was von unerschütterlich!
Und der Mond? Der ist ja viel leichter als die Erde. Das stimmt zwar, aber ohne dass ihm jemand hilft, hat der Mond keine Chance, auf die Erde zu stürzen. Wahrscheinlich weiß er nicht einmal, dass wir uns so was über ihn ausdenken und ihm das schon länger in Jugendbuchserien und Science-Fiction-Filmen unterstellen.
Der Mond ist ja nicht im Schneckentempo unterwegs. Er bewegt sich mit einer mittleren Geschwindigkeit von 1,02 Kilometern pro Sekunde um die Erde. Das sind 3660 km/h. Eigentlich würde er vermutlich ganz gern von der Erde wegdüsen. Aber die Anziehungskraft der Erde lässt ihn nicht. Und die der Sonne auch nicht. Die Sonne darf man ja nie vergessen. Die ist ja nicht nur mehr als doppelt so schwer wie alle Planeten plus Anhang zusammen, sondern viel mehr als doppelt so schwer. Nämlich ungefähr 375 Mal doppelt so schwer.
Die Bewegung des Mondes wird also von der Gravitationskraft der Sonne und der Erde dominiert, und die hängt von deren Masse ab und von deren Abstand zum Mond. Wollte man die Umlaufbahn des Mondes ändern, müsste man die Masse der Erde und der Sonne ändern. Und zwar ordentlich. Die Erde müsste zum Beispiel doppelt so schwer werden oder halb so schwer. Wir können aber ruhig davon ausgehen, dass das nicht passiert, denn es gibt keinen sinnvollen natürlichen Prozess, der die Masse von Sonne oder Erde spontan massiv ändert.
Bliebe noch, den Abstand zwischen Mond und Erde zu verringern. Das geht, aber nur, wenn wir eine entsprechend große Kraft auf ihn ausüben und damit seine Umlaufbahn ändern. Der Mond dreht sich ja nicht zum Spaß um die Erde oder weil jemand befürchtet, dass er sofort runterfallen muss, sobald er anhält. Wie im Zeichentrickfilm, wenn jemand erst ganz am Ende der Klippe bremst und dann den Abgrund unter sich bemerkt. Das geben ihm die Naturgesetze vor. Weil sich, stark vereinfacht, Geschwindigkeit und Anziehungskraft zwischen Erde und Sonne und Mond so die Waage halten, dass der Mond fortwährend um die Erde herumfällt. Aber nie runter.





