Mit Sitz im neugebauten InnovationsCentrum Osnabrück (ICO), ein wissenschaftsorientierter Standort für aufstrebende Unternehmen direkt gegenüber der Hochschule, entwickelt Onyx ultraleichte Bauteile im Vergleich zu konventioneller Kohlefaser mit nur einem Dreißigstel des bei der Produktion ausgestoßenen CO2.
Gesetzt wird auf Nutzhanf, der ohne psychoaktive Substanzen gezüchtet und in Deutschland angebaut werden darf; und dessen Fasern mit Harz verklebt und gebacken widerstandsfähige Bauteile ergeben.
Hanf aus eigenem Anbau
Es ist Pause, die Schüler können kaum glauben, dass das im Tagungsraum aufgestellte Hanfrad tatsächlich nur wenige Kilogramm wiegt, weniger als ein Viertel eines normalen Fahrrades. Sie stehen Schlange, um es einmal hochzuheben und sich selbst davon zu überzeugen. “In zwei Wochen wollen meine 15 Mitarbeiter und ich anfangen” – hier wieder besagte Blickwechsel unter den Jugendlichen – “unseren eigenen Hanf draußen auf dem Feld anzubauen.”, erklärt Meyer weiter. Aber das Konzept überzeugt; 2009 gewannen die Ingenieure den “Durchstarter-Preis” für junge Unternehmer, und konnten damit ihre weiteren Projekte finanzieren. Auch Politiker hätten bereits angefragt,ob dieses Fahrrad zu erwerben sei, dennoch sei es unverkäuflich und es bleibe bei dem Prototyp: Die Firma sehe größeres Potential in etwas Anderem.
Mit den Erkenntnissen aus dem ultraleichten Fahrradbau investiert der Unternehmer in eine eigene Idee, ein Bindeglied zwischen Fahrrad und Auto. “Ein Name fehlt bisher, für Vorschläge sind wir offen.” Prophetisch sagt er die Zukunft voraus; in 15 Jahren werden 6 Milliarden Menschen in Städten leben und der Verkehr wird immer langsamer, “es werden nur noch alle im Stau stehen.” Schockgesichter. Doch mit dem neuesten Projekt erhofft sich Meyer, eine Marktlücke gefunden zu haben und stopfen zu können. Onyx strebt einen Mittelweg zwischen dem Fahrrad- und Autofahren an; ein Hybridmodell mit Elektromotor, das als Fahrradersatz wesentlich bequemer schon bald den Pendlerverkehr der Städte umweltfreundlicher und zeitsparender gestalten könnte.
Erneuerbar quer durch Australien
Schon in der Vergangenheit hat das kleine Unternehmen mit einigen Weltrekordprojekten auf sich aufmerksam gemacht, und damit den Weg für diesen jetzt geplanten nächsten Schritt geebnet. Aus Kohlefaser bestehend, mit drei Metern Länge, aber nur daumendick war beispielsweise der “dünnste Tisch der Welt” eines der ersten Leichtbauprojekte des Unternehmens. Matt-schwarz schimmernd steht er nun dekorativ im Konferenzraum und immer für gelegentliche Proben seiner Belastbarkeit zur Verfügung, was er in der anschließenden Führung durch den Betrieb unter den Füßen mehrerer Schüler (und einiger Lehrer) glamourös unter Beweis stellt.






