Die Wissenschaftler wollen Melissa nach ersten erfolgreichen Vorversuchen als nächstes an drei Ratten testen. Diese verbrauchen zusammen etwa soviel Sauerstoff wie ein Mensch alleine. Lasseur: “Die Größe von Melissa wird letztlich davon abhängen, wie viel Astronauten an Bord sind und welche Nahrung man herstellen will.” Wenn man sich von Weizen ernähren wolle, werden zehn Quadratmeter Fläche pro Mann nötig sein, bei Algen dagegen wesentlich weniger. Melissa ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem einfachen Recyceln von Wasser und ausgeatmetem Kohlendioxid.
Astronauten sollen auf ihrer ersten bemannten Reise zum Mars, die etwa drei Jahre dauern wird, Teil des Mini-Ökosystems “Melissa” (Micro-Ecological Life Support Alternative) sein. Alle Abfälle – selbst die menschlichen Exkremente – sollen in dem Recycling-System wieder verwertet und in Sauerstoff, Wasser und Nahrung umgewandelt werden. Im Jahr 2005 soll die Anlage einsatzbereit sein, so das Ziel der Forscher von der Europeen Space Agency (ESA).
Das Recycling-System wird aus fünf Kammern bestehen, die miteinander verbunden sind. In drei Kammern werden die Abfälle durch enzymatische Prozesse nach und nach zersetzt. Die vierte Kammer dient der Pflanzen- oder Algenproduktion, um Sauerstoff, Wasser und Nahrung herzustellen. In der fünften Kammer schließlich wird der Astronaut leben. “Wir schaffen ein künstliches Ökosystem, das die Abfälle über Mikroorganismen in Pflanzen umwandelt”, sagt Christophe Lasseur von der ESA.
Frieder Graef





