Wer heute an die Brüder Grimm denkt, hat vor allem die Herausgeber der berühmten Märchensammlung vor Augen. Nicht wenige Zeitgenossen haben vielleicht auch noch ein weiteres Bild von den Brüdern Grimm im Kopf: die Brüder als die Prominentesten der sogenannten Göttinger Sieben – der sieben Professoren der Göttinger Universität, die 1837 gegen die Aufhebung der verhältnismäßig liberalen Verfassung durch den neuen König von Hannover, Ernst August, ihren schriftlichen Protest formulierten und daraufhin entlassen wurden. Die Protestaktion entwickelte sich zu einem Medienereignis und wurde in der Folge in ganz Deutschland zu einem politischen Symbol liberaler Gesinnungskraft und bürgerlicher Emanzipation gegenüber einem reaktionären Monarchismus.
In der Wissenschaftsgeschichte schließlich gelten die Brüder Grimm als Repräsentanten jener ersten Generation von Wissenschaftlern im modernen Sinn, die das Interesse an der deutschen Sprache, Literatur und Kultur aus dem tradierten Rahmen einer veralteten Gelehrtenkultur herausführten.
Wer sind nun diese Brüder Grimm, die so deutliche Spuren hinterlassen haben? Zuerst einmal: Wenn von den „Brüdern Grimm“ gesprochen wird, sind konkret zwei gemeint: Jacob und Wilhelm Grimm. Es sind die beiden ältesten von insgesamt fünf Brüdern sowie einer Schwester. Von den Geschwistern trat allein der jüngste Bruder Ludwig Emil Grimm als Professor an der Kasseler Kunstakademie später ebenfalls prominent in Erscheinung. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 05/2013.
Prof. Dr. Lothar Bluhm




