Das Magnetfeld der Erde ist im Begriff, sich umzupolen. Diese von Geophysikern seit langem gehegte Vermutung untermauern nun Messungen französischer Forscher: Sie wiesen auf der Erde zwei große Zonen mit Störungen des Magnetfeldes nach, die in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen sind. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher um Gauthier Hulot vom Pariser Institut für Geophysik in Nature (Ausgabe vom 11. April).
Die Wissenschaftler hatten Messungen des dänischen Satelliten “Oersted” und zwanzig Jahre alte Daten des Forschungssatelliten “Magsat” ausgewertet und waren dabei auf die beiden Störzonen gestoßen. Der größte Bereich liegt unterhalb des südlichen Afrikas, wo der magnetische Fluss bereits in Richtung Erdinneres weist ? anders als sonst südlich des Äquators. Die zweite Zone liegt im Bereich des Nordpols.
Bereits seit einigen Jahrzehnten ist bekannt, dass das Magnetfeld der Erde im Lauf der vergangenen Jahrhunderte schwächer geworden ist. Die Forscher vermuten nun, dass der Erde eine komplette Umpolung bevorsteht. Das Magnetfeld wird dabei immer schwächer, erreicht in einigen tausend Jahren den Wert Null und nimmt dann mit umgekehrter Polung wieder zu. Eine Kompassnadel würde dann statt nach Norden nach Süden zeigen.
Untersuchungen erstarrter Lava belegen, dass es im Lauf der Erdgeschichte mehrmals solche Umpolungen gab ? die letzte geschah vor rund 40.000 Jahren, heißt es in einem Bericht des Geoforschungszentrums in Potsdam. Die genauen Hintergründe dieser Prozesse sind noch unbekannt. Die Erddrehung und Strömungen flüssiger magnetischer Metalle im Erdinnern spielen dabei eine Rolle.
ddp/bdw – Ulrich Dewald





