Bei der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) bilden sich im Gehirn fehlgefaltete Proteine, sogenannte Prionen. Diese lagern sich an andere Proteine an, sodass diese ebenfalls fehlgefaltet werden und sich die Krankheit im Gehirn ausbreitet. Hirnscans Betroffener zeigen, dass sich das Gehirn schwammartig zersetzt – ähnlich wie bei Rindern, die unter der ebenfalls von Prionen verursachten Bovinen Spongiformen Enzepahalopathie (BSE) leiden. Zu den Symptomen zählen eine schnell voranschreitende Demenz, unkontrollierbare Muskelbewegungen und psychische Auffälligkeiten.
Übertragen werden kann die Krankheit unter anderem durch den Verzehr von Rindfleisch, das mit BSE-Erregern verseucht ist, sowie durch Bluttransfusionen oder Transplantationen von einem Spender, der an einer unentdeckten CJK litt. Bei der familiären CJK erhöhen Mutationen im Erbgut das Risiko für fehlgefaltete Proteine. Zudem tritt die Krankheit in seltenen Fällen spontan ohne erkennbare Ursache auf, insbesondere bei Menschen über 60 Jahren. Eine Therapie gibt es bislang nicht. Die meisten Betroffenen sterben innerhalb weniger Monate nach der Diagnose.
Antikörper gegen Prionen
Ein Team um Simon Mead vom University College London hat nun einen möglichen Behandlungsansatz entwickelt und an sechs Patienten erprobt. Dazu entwickelten die Forscher einen monoklonalen Antikörper namens PRN100, der in der Lage ist, an eben jene Eiweiße im Gehirn zu binden, die fehlgefaltet die krankhaften Prionen bilden. Vorangehende Studien in Zellkulturen und Mäusen hatten ergeben, dass der Antikörper gesunde Proteine davor schützen kann, sich ebenfalls fehlzufalten. Auf diese Weise, so die Hoffnung der Forscher, könnte sich die Ausbreitung der Krankheit im Gehirn eindämmen lassen.
„Zwischen Oktober 2018 und Juli 2019 behandelten wir sechs Patienten, zwei Männer und vier Frauen, mit PRN100“, berichten Mead und seine Kollegen. Da es sich um die erste Erprobung am Menschen handelte, steigerten sie die Dosis langsam und überwachten genau, ob Nebenwirkungen auftraten. Beginnend bei einem Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht erhöhten die Forscher die Dosis nach und nach auf bis zu 120 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. „Unsere vorsichtige Dosissteigerung bedeutete, dass es sehr lange dauerte, bis die Zielkonzentration des Medikaments im Liquor erreicht war“, erklären die Forscher. Zwei Patienten starben an ihrer Krankheit, bevor die Zielkonzentration erreicht war, einer davon nach sieben Tagen, einer nach 30 Tagen. Die anderen Patienten wurden zwischen 50 und 260 Tage lang behandelt, bevor sie ihrer Erkrankung erlagen. Bei keinem von ihnen traten Nebenwirkungen auf.





