Aluminiumsalze sind weltweit die wichtigsten Adjuvanzien in Impfstoffen. Winzige Mengen dieser Hilfsstoffe verstärken die Immunantwort gegenüber Totimpfstoffen und sorgen auf diese Weise dafür, dass die Impfungen besser wirken und länger schützen. Zum Einsatz kommen sie unter anderem in Impfstoffen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis, HPV und Meningitis – teilweise seit fast hundert Jahren. Eine Impfdosis enthält heute üblicherweise je nach Impfstoff zwischen 0,125 und 0,82 Milligramm Aluminium – wesentlich weniger, als wir aus anderen Quellen aufnehmen, darunter Trinkwasser, Lebensmittel und aluminiumhaltige Deos. Zum Vergleich: Ein einziges zehn Gramm schweres Stückchen Schokolade kann bereits ein Milligramm Aluminium enthalten.
Überprüfung anhand neuer Evidenz
Dennoch haben diese Impfstoff-Zusätze keinen guten Ruf: „Trotz jahrzehntelanger Überwachung nach der Zulassung tauchen in wissenschaftlichen Kreisen und in der Öffentlichkeit weiterhin Fragen zu möglichen Langzeitwirkungen von Impfstoffen mit Aluminium-Adjuvanzien auf“, schreibt ein Team um Pamela Doyon-Plourde von der kanadischen Public Health Agency. Unter anderem wiederholt der US-Gesundheitsminister und Impfgegner Robert F. Kennedy Junior regelmäßig unbelegte Behauptungen, die aluminiumhaltige Impfstoffe mit zahlreichen negativen Gesundheitsfolgen wie Autismus, Asthma und Diabetes in Verbindung bringen.
Um diese Behauptungen anhand der neuesten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz zu überprüfen, haben Doyon-Plourde und ihr Team eine umfangreiche Metastudie erstellt, für die sie 59 Studien auswerteten, die bis Ende 2025 veröffentlicht wurden. Dazu zählten neben zahlreichen kleineren Fallserien elf randomisierte kontrollierte Studien sowie neun Kohortenstudien, darunter eine 2025 veröffentlichte dänische Studie mit mehr als 1,2 Millionen Kindern.
Keine Hinweise auf schwerwiegende Nebenwirkungen
Das Ergebnis stützt den bisherigen Wissensstand: „Hochwertige Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien und großen Kohorten zeigte durchweg keinen Zusammenhang zwischen aluminiumhaltigen Impfstoffen und schwerwiegenden oder langfristigen gesundheitlichen Folgen wie Asthma, Autismus-Spektrum-Störungen oder anderen chronischen Erkrankungen“, berichten die Forschenden. Auch für ADHS und Diabetes fand das Team keine Hinweise auf einen Zusammenhang zu aluminiumhaltigen Impfungen. Für Impfreaktionen wie Kopf- und Muskelschmerzen zeigten randomisierte kontrollierte Studien, dass diese nach aluminiumhaltigen Impfungen nicht häufiger vorkamen als nach Impfungen ohne Aluminium.





