
Dazu werteten die Forscher Daten aus, die 19 Jahre lang jeden Monat vom Kalahari Meerkat Project erhoben wurden. Gemessen wurden etwa Niederschläge und Temperaturen. Diese brachten die Forscher dann in Zusammenhang mit der Populationsgröße der Säuger: Zu welchen Zeiten haben sich die Erdmännchen vermehrt fortgepflanzt? Wann konnten viele nicht überleben? Auf Grundlage des Berichts zum Klimawandel des National Center for Atmospheric Research entwarfen die Forscher anschließend zwei mögliche Szenarien für die kommenden 50 Jahre.
Auch die Winter werden wärmer
Sollten die Sommer noch heißer und trockener werden, sind die Erdmännchen akut gefährdet. Warme Temperaturen kommen den Erdmännchen zwar zugute. Fehlender Niederschlag dagegen macht ihnen zu schaffen, weil es ihnen dann an Wasser fehlt. Über einen langen Zeitraum kommt dabei noch ein weiterer Aspekt zum Tragen: Eine Gruppe von Erdmännchen kümmert sich um den Nachwuchs eines einzigen, dominanten Weibchens. Je mehr Helfer es gibt, desto besser kann der Nachwuchs versorgt werden. Gibt es weniger Nachkommen, können sich auch weniger um weitere Generationen von Erdmännchen kümmern. Zu wenig Wasser, zu wenige Helfer – aus diesen Gründen kann es zu einem Einbruch oder sogar Aussterben der Population kommen.
Weniger alarmierend ist das zweite denkbare Szenario: Nicht nur die Sommer werden trockener, auch das Klima der Winter verändert sich. Werden diese wärmer, profitieren die Erdmännchen davon. Das würde sich auch an der Population zeigen: Die Vorteile des warmen Winters gleichen die negativen Folgen des trockenen Sommers aus. Somit sind die Erdmännchen laut dieser Prognose nicht vom Aussterben bedroht.
Tim Clutton-Brock ist Professor an der University of Cambridge und begleitet das Kalahari Meerkat Project seit dem Beginn 1993. Er sagt: „Unsere Arbeit unterstreicht die Bedeutung langfristiger Studien, die sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken. Nur wenn solche Daten vorliegen, ist es möglich, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierpopulationen zu bewerten und die dafür verantwortlichen ökologischen Mechanismen zu verstehen.“





