Bei Voll- und Neumond treten besonders viele Erdbeben auf, behaupten Forscher der russischen Staats-Universität in Moskau. Zuvor nimmt in den betroffenen Gebieten die Intensität der erdnahen radioaktiven Strahlung zu. Mit Hilfe dieses Phänomens hoffen die Forscher zukünftig Beben vorhersagen zu können, meldet die Agentur “Informnauka”.
Die Forscher aus der Abteilung für kosmische Strahlung der Universität haben in der Erdbebenregion Pamir in Tadschikistan beobachtet, dass bei Neu- oder Vollmond die radioaktive Strahlung um das Zwölffache ansteigt. Bei Neu- und Vollmond stehen Erde, Mond und Sonne in einer Linie. In dieser Konstellation sind die Gezeitenkräfte, die an der Erde zerren, besonders groß. Hat ein von Beben bedrohtes Gebiet Risse in der Erdkruste, können durch das Zerren und Dehnen der Kruste besonders viele radioaktive Teilchen aus dem Inneren der Erde entweichen, vermuten die Wissenschaftler.
Die Moskauer Forscher haben zudem Aufzeichnungen von Erdbeben im Pazifik aus den Jahren von 1964 bis 1992 ausgewertet. Nach Angaben der Forscher traten in dieser Zeit viele Beben bei Voll- oder Neumond auf. Zusammen mit den Beben stieg in den betroffenen Gebieten die erdnahe radioaktive Strahlung. Dies könne man gut für eine Vorhersage von Erdbeben nutzen, so die Forscher.
Andreas Wawrzinek





