Sie entwickelten jetzt ein Computermodell, mit dem sie das von der Erde in den Weltraum reflektierte Sonnenlicht beschreiben können. Sie stellten fest, dass das von der Erde reflektierte Sonnenlicht flackert, weil die Ozeane, Wüsten, Wälder und Wolken das Licht unterschiedlich stark reflektieren. Während einer Erdumdrehung schwanken die Lichtintensitäten um bis zu 150 Prozent. Auch die Zusammensetzung des reflektierten Sonnenlichts ist je nach Oberflächenbeschaffenheit unterschiedlich. Das reflektierte Licht von unseren Nachbarplaneten Venus oder Mars flackert dagegen nicht, da beispielsweise die Venus von einer relativ gleichförmigen Wolkenschicht umgeben ist, die das Sonnenlicht gleichmässig reflektiert.
Das von anderen erdähnlichen Planeten reflektierte Licht wird wahrscheinlich andere Charakteristika als das von unserer Erde reflektierte Licht haben. Diese Planeten könnten beispielsweise schneller rotieren oder auch eine andere Landmassenverteilung aufweisen, und das würde die Lichtreflektion beeinflussen.
Die theoretischen Berechnungen der Wissenschaftler stimmten auch mit Messungen des vom Mond zurückgestrahlten “Erdlichts” überein. Ein richtiger Test ihres Modells wird aber erst dann erfolgen, wenn wirklich ein erdähnlicher Planet gefunden wird, und das könnte schon in den nächsten zwei Jahrzehnten geschehen. Augenblicklich planen die NASA und auch die European Space Agency (ESA) neue Missionen zur Entdeckung erdähnlicher Planeten. Die NASA Mission Terrestial Planet Finder soll im Jahr 2012 starten, die ESA Mission Darwin ist für 2015 geplant.




