In den letzten Monaten erschienen gleich drei Studien an Mäusen, die kaum mehr Zweifel an der Existenz einer epigenetischen Vererbung bei Säugetieren aufkommen lassen: Ein Team um die Pharmakologin Margaret Morris von der University of New South Wales berichtete in der Fachzeitschrift „Nature”, dass fettreich gemästete männliche Tiere an ihre Töchter eine Veranlagung zu Typ-2-Diabetes weitergeben. Eine kurz darauf im Fachblatt „Cell” publizierte Arbeit bestätigte diese Ergebnisse mit Mäusen, die besonders eiweißarm ernährt worden waren. In der dritten Studie zeigte die Hirnforscherin Isabelle Mansuy von der Universität Zürich, dass traumatische Erlebnisse aus der Zeit nach der Geburt das Sperma männlicher Tiere epigenetisch verändern. Diese Veränderung hat offenbar Folgen: Nicht nur die traumatisierten Mäuse zeigen lebenslang depressionsähnliche Symptome und eine erhöhte Stressanfälligkeit, es lassen sich zudem abgeschwächte Symptome über die männliche Linie noch bis in die dritte Folgegeneration nachweisen – auch wenn die Nachkommen völlig normal aufgezogen wurden.





