Das liegt vor allem daran, dass der menschliche Körper ein wenig besser mit Rohstoffen haushalten kann als die Menschheit insgesamt. In Ländern wie Deutschland oder der Schweiz wird der Earth Overshoot Day – also der Tag, an dem mehr Ressourcen verbraucht worden sind, als in einem Jahr nachwachsen können – bereits Anfang Mai erreicht, in Österreich sogar noch einen Monat früher. Im weltweiten Durchschnitt lag der Stichtag in diesem Jahr auf dem 25. Juli.
Unser Körper ist im Wiederverwerten deutlich besser. Denn in der frühen Menschheitsgeschichte hatten wir keinen vollen Kühlschrank in Gehweite zur Verfügung, sondern oft tagelang kein Essen, und wenn doch, musste es vorher oft mühsam erlegt und zubereitet werden. Deshalb hat unser Körper gelernt, Ressourcen optimal zu nutzen, um Energie zu sparen. Natürlich vorkommende pflanzliche und tierische Farbstoffe, sogenannte Pigmente, die wir etwa mit Obst und Gemüse oder Eigelb zu uns nehmen, werden im Körper verwertet: Es handelt sich um Proteine, die bei der Verdauung in ihre Bestandteile, die Aminosäuren, zerlegt und in den Körper eingebaut werden können.
Aber warum ist Kot dann nicht durchsichtig, wenn die Farbe weg ist? Das liegt unter anderem am Blut. Im Körper befinden sich jede Menge Erythrozyten, besser bekannt als rote Blutkörperchen. Ihre Aufgabe ist der Sauerstofftransport in den Blutgefäßen. Damit das gelingt, wird Sauerstoff an ein eisenhaltiges Protein namens Hämoglobin gebunden, das wiederum auch für die rote Farbe des Blutes sorgt.
Auszug der Erythrozyten
Etwa 4,5 bis 5,5 Milliarden Erythrozyten tummeln sich in einem einzigen Milliliter Blut. Jeder von uns trägt somit einige Billionen von ihnen in sich. Jedes rote Blutkörperchen hält allerdings nur 100 bis 120 Tage, weshalb sie ständig nachgebildet werden müssen. Das ergibt eine tägliche Umsatzrate von 200 bis 250 Milliarden roten Blutkörperchen. Würden die Kaputten am Ende ihres Arbeitslebens einfach mit dem Kot ausgeschieden, würden wir zwar noch keinen Regenbogen hinlegen, aber den Stuhl zumindest rot färben. Dass dies normalerweise nicht geschieht, legt gleich zwei Schlüsse nahe:
1.) Wenn der Stuhl trotzdem rot ist, sollte man überlegen, was man gegessen hat. Und wenn kein Nahrungsmittel als Maler und Anstreicher dingfest gemacht werden kann, etwa rote Beete, sollte man medizinischen Rat suchen – und vielleicht beim nächsten Stuhlgang nicht so stark pressen, damit die Hämorrhoiden unbeteiligte Zaungäste bleiben.
2.) Die Erythrozyten durchlaufen vor der Ausscheidung diverse Abbauprozesse. Dabei wird ihnen unter anderem noch Eisen entnommen, das wir dringend zum Überleben brauchen. Die braune Farbe der Fäzes ist also nicht Rost, denn das Eisen kommt nicht ins Klo.





