Von RAINER KURLEMANN
Das größte Bauprojekt in der Geschichte Dänemarks soll 28 Milliarden Euro kosten. Ein stolzer Preis für 120 000 Quadratmeter Fläche. Allerdings wird diese im Meer liegen: eine neue Insel in der Nordsee, etwa 80 Kilometer von der kleinen Hafenstadt Thorsminde an der Westküste Jütlands entfernt. Als Außenposten in der Nordsee soll sie zukünftig als Stromverteiler der dänischen Off-shore-Windenergieparks dienen. Hier sollen die Leitungen von mehr als 200 geplanten neuen Windrädern zu einem Hochleistungskabel gebündelt werden, das den Strom zum Festland transportiert. Insgesamt wollen die Dänen zehn Gigawatt Leistung installieren und damit ihr Offshore-Windstromangebot versechsfachen. Im Juni 2020 hat das dänische Parlament das teure Projekt genehmigt, im Sommer 2022 erklärte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ihren Amtskollegen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland, dass auch sie vom Bau der Insel profitieren können. Denn innerhalb von zehn Jahren will Dänemark als Energieexporteur auch seine europäischen Nachbarn mit grünem Strom beliefern.





