Während der Kreidezeit, die vor 142 Millionen begann und vor 65 Millionen Jahren endete, war die Erde eine schwül-warme Treibhaus-Welt. Dennoch muss es in der Antarktis zumindest einen kleinen Eisschild gegeben haben, berichten Forscher um Kenneth Miller von der Rutgers University im Fachblatt GSA Bulletin (Bd. 116, S. 368).
Bislang galt die Erde in der Kreide als eisfrei. Vor etwa hundert Millionen Jahren erlebte der Planet die wohl extremste Ausprägung des Treibhauseffekts in seiner Geschichte. In den Tropen war das Meerwasser bis zu 30 Grad warm, Dinosaurier und Krokodile lebten von der Antarktis bis nach Grönland.
Miller und Kollegen fanden jetzt bei einer Bohrung im Rahmen des Ozeanischen Tiefbohrprogramms (ODP) in Sedimenten vor der Küste New Jerseys klare Hinweise auf große Schwankungen des Meeresspiegels während der Kreidezeit. Demnach veränderte sich die Höhe des Meeresspiegel innerhalb weniger tausend Jahre um mehr als 25 Meter. Solche Schwankungen waren bislang umstritten.
Wie die Forscher schreiben, zeigen Daten aus Nordwest-Europa und Russland eine ähnliche Entwicklung der Meereshöhe an. Ein Ansteigen und Sinken des Meersspiegels in der gemessenen Größenordnung kann nach Ansicht der Forscher nur durch das Schmelzen und Anwachsen von kontinentalen Eisschilden erklärt werden. Die Forscher nehmen an, dass es in der Antarktis verhältnismäßig kleine und nicht dauerhafte Eisschilde gab, die den Anstieg des Meeresspiegels steuerten.
Ute Kehse





