Weit weniger bekannt als dieses Phänomen ist, dass sich auch unsere Ohren ganz von selbst vor zu viel Lärm schützen. Das tun sie nicht nur, wenn es um uns herum plötzlich sehr laut wird, sondern auch, wenn wir selbst rufen, schreien oder gar brüllen. Schließlich ist unser Mund nicht weit von unserem Gehör entfernt. Trifft ein Geräusch mit einem Schalldruck von mindestens 75 Dezibel – das entspricht lautem Straßenlärm – auf unser Trommelfell, löst das einen Reflex aus, in dessen Folge ein winziger Muskel an einem der drei Gehörknöchelchen im Mittelohr, dem Steigbügel oder „Stapes“, zieht, es dadurch ein wenig verschiebt und in seiner Beweglichkeit hemmt. Das dauert nicht länger als 50 Millisekunden und bewirkt, dass nicht mehr der gesamte Schalldruck in Richtung Innenohr weitergeleitet, sondern ein Teil vom Trommelfell nach außen reflektiert wird. Deshalb nehmen wir unsere eigene Stimme, wenn wir rufen oder schreien, auch nie so laut wahr, wie die Menschen um uns herum.





