Ein eindrucksvolles Beispiel für solch vorschnelle Verführung zur Einfachheit erlebte die Forschung etwa bei der Suche nach der Erklärung, wie die Honigbienen-Königin zur Königin wird. Das Rätsel ist bekannt: Die Königin unterscheidet sich kein bisschen in ihrer Genomsequenz von den Arbeiterinnen ihres Stocks – und wird dennoch so sehr anders. Das Geheimnis – das weiß man schon lange – ist die Ernährung. Drei Tage lang bekommen die frisch geschlüpften Larven einen Kraftmix aus Proteinen, Zucker, Fetten und Vitaminen, den die Arbeiterinnen mit eigenen Drüsensekreten ordentlich aufpeppen. Danach jedoch werden die Larven der künftigen Arbeiterinnen auf ein schlichteres „Workers Jelly“ aus Honig, Pollen und Wasser gesetzt, während die angehende Königin-Larve weiterhin Gelée royale schmausen darf – mit den bekannten Folgen.





