„Die Schweigespirale“ – so nennt Elisabeth Noelle-Neumann, die als Kassandra vom Bodensee bekannt gewordene Demoskopin das Buch, in dem sie 1980 versuchte, so etwas wie eine Theorie der veröffentlichten Meinung zu entwickeln. Sie fasste darin die vielen Beobachtungen zusammen, die sie im Laufe ihrer systematischen Untersuchungen immer wieder gemacht hatte. Ihr war aufgefallen, dass Menschen vor allem dann beim Antworten zögern oder Hemmungen entwickeln, ihre Ansichten zu umstrittenen Themen publik zu machen, wenn es ein allgemeines „Meinungsklima“ gibt, das ihren Überzeugungen entgegensteht – heute ginge es etwa um das Asyl für Flüchtlinge, den Umgang mit Corona, die Verteilung von Impfstoffen oder den europäischen Beitrag zur Nato.





