Man kann sich vorstellen, dass Max Weber seinen Vorschlag einer Entzauberung mit den neuen Kenntnissen zurückgenommen und eher ihre mysteriöse Dialektik gefeiert hätte. Aber die Soziologen, die nach ihm kamen, haben sich selbst entzaubert, indem sie vornehmlich ihr Desinteresse an der Physik verkündeten. Wenn ihre Zunft diese Trägheit überwinden könnte, würde ihr auffallen, wie oft in jüngster Zeit in den Magazinen der Wissenschaft von magischen Größen die Rede ist. In der Kernphysik kann man von magischen Zahlen lesen, die angeben, wie viele Neutronen oder Protonen im Zentrum eines Atoms sein müssen, damit das Gebilde möglichst stabil ist. Und die optischen Pinzetten nutzen eine magische Wellenlänge, was zu einer langlebigen Verschränkung von eingefangenen Molekülen führt. Als verschränkt gelten Mikroobjekte, wenn sie zwar aus mehreren Teilen bestehen, aber nur als funktionierendes Ganzes zu verstehen sind. Wobei Albert Einstein solch einen magischen Zusammenhalt als „spukhafte Fernwirkung“ nicht akzeptieren wollte.





