Der Saturnmond Enceladus ist von einer Atmosphäre aus geladenen Wassermolekülen umgeben. Das schließt Michele Dougherty vom Imperial College in London aus Magnetfeldmessungen der Raumsonde Cassini, die zur Zeit um den Saturn kreist. Der Eismond Enceladus ist eigentlich mit seinem Durchmesser von 500 Kilometern zu klein, um eine Atmosphäre durch sein Gravitationsfeld halten zu können. Daher vermuten die Forscher eine permanente Gasquelle auf der Oberfläche des Mondes. Das Gas könnte aus Vulkanausbrüchen oder Geysiren stammen, spekulieren die beteiligten amerikanischen, britischen und deutschen Forscher in einer Mitteilung der Nasa.
In den vergangenen vier Wochen flog die Raumsonde Cassini zweimal in Abständen von 1200 und 500 Kilometern am Mond Enceladus vorbei. Mit einem Magnetometer untersuchten die Forscher, wie der Mond das Magnetfeld des Saturns beeinflusst. Dabei entdeckten sie charakteristische Veränderungen im Magnetfeld, wie sie durch geladene Teilchen entstehen. Die Teilchen werden durch das Magnetfeld abgelenkt und folgen den Magnetfeldlinien spiralförmig. Die resultierenden Schwingungen im Magnetfeld konnten die Forscher auf geladene Wassermoleküle zurückführen.
Neben dem Mond Titan ist Enceladus der zweite Saturnmond mit Atmosphäre. Er besteht überwiegend aus Eis und reflektiert dadurch 90 Prozent der auftreffenden Sonnenstrahlen. Im Sonnensystem ist er damit der Himmelskörper mit der höchsten Reflektivität. Die Atmosphäre führen die Forscher auf eine vulkanische Aktivität auf dem Mond zurück. Bislang waren Vulkane lediglich vom Jupitermond Io und dem Neptunmond Triton bekannt. “Vielleicht ist der Saturnmond Enceladus der kleine Cousin des Jupitermondes Io“, meint Fritz Neubauer von der Universität Köln. Neubauer gehört dem Forscherteam an, das die Magnetometerdaten auswertet.
ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer





