Der Alpsee hat schon einige glanzvolle Bauwerke entstehen sehen. Seine glitzernde Oberfläche vor der beeindruckenden Bergkulisse rief in dem Wittelsbacher Maximilian II., Kronprinz von Bayern, den Wunsch nach einer Sommerresidenz wach. Er sah in der ruinösen Burganlage Hohenschwangau das Potential für ein prächtiges Schloss im Stil der Neogotik und der Neorenaissance. Das Schloss bot nach der Fertigstellung 1837 Maximilian und seiner Familie einen Rückzugsort. Seit 1913 steht es Besuchern offen. Noch im selben Jahr erschien der erste Reiseführer zum Schloss und seiner Umgebung. Maximilians Sohn Ludwig II., der auf Hohenschwangau aufwuchs, baute ganz in der Nähe auf den Resten der Burgen Vorder- und Hinterhohenschwangau das später bekannteste Märchenschloss Europas, Neuschwanstein. Sosehr die privaten Gemächer in den Schlössern ihre Besucher in königliche Sphären versetzen, so unsichtbar blieben seine einstigen Bewohner. Etwas fehlte im „Dorf der Könige“.
Das Museum der bayerischen Könige soll die Lücke schließen und mehr Einblicke in die Welt der „Kini“-Dynastie gewähren. Das Museum entstand auf Initiative des Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF), der seit 1923 den Besitz der Familie als Stiftung verwaltet und bis heute von deren Mitgliedern geprägt ist. Aus dem ehemaligen Grandhotel „Alpenrose“, dem ältesten Gästehaus Hohenschwangaus, entstand 2011 ein eigenes architektonisches Kunstwerk direkt am Alpsee. Seine in verschiedenen Rottönen schimmernden Tonnengewölbe über dem ehemaligen Speisesaal und jetzigen Foyer des Museums bieten einen königlichen Anblick. Für die Ausstellung öffneten die Wittelsbacher die Schatzkiste des WAF. In den Vitrinen finden sich aber auch Leihgaben aus Museen und aus Privatbesitz. Historiker vom Haus der Bayerischen Geschichte verknüpften sie zu fünf Abschnitten, in deren Mittelpunkt prunkvolle Kunstwerke, Orden und ganz private Kostbarkeiten stehen.
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 12/2012.
Ulrike Schröder




