Bei dem schwachen, rötlichen Lichtfleck, den Astronomen im vergangenen September in der Nähe eines Braunen Zwergs entdeckten, handelt es sich tatsächlich um einen Planeten. Das bestätigten Forscher um Gael Chauvin von der Europäischen Südsternwarte Eso mit dem Very Large Telescope in Chile.
Der Planet ist etwa fünfmal so schwer wie Jupiter und hat einen größeren Abstand von dem Braunen Zwerg 2M1207A als Pluto von der Sonne. Beide befinden sich gut 200 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Hydra. Der Planet leuchtet hundertmal schwächer als der Braune Zwerg.
Als der schwache Lichtpunkt im vergangenen Jahr entdeckt wurde, war unklar, ob es sich um einen Planeten oder um ein Hintergrundobjekt, zum Beispiel eine weit entfernte Galaxie handelte. Das konnten Chauvin und Kollegen mit ihren neuen Beobachtungen jetzt ausschließen. Sie entdeckten Hinweise auf Wasser im Spektrum des Planeten. Das bedeutet, dass der Begleiter des noch jungen Braunen Zwergs recht kalt sein muss.
Die Forscher berichten, dass der Planet 2M1207b eine andere Geschichte hat als die Planeten des Sonnensystems. “Er ist wahrscheinlich ähnlich wie die Sonne entstanden”, sagt Gauvin, “durch gravitativen Kollaps einer Wolke von Gas und Staub.”
In einem Artikel, den die Forscher um Gauvin bei der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics eingereicht haben, berichten sie von der Entdeckung eines weiteren möglichen Planeten, der den jungen, 150 Lichtjahre entfernten Stern AB Pictoris begleitet. Das Objekt hat allerdings ein Gewicht von 13 bis 14 Jupitermassen. Damit liegt es an der Grenze zwischen Planet und Braunem Zwerg.
2M1207b ist einer der ersten Planeten, der nicht indirekt durch seine Schwerkraft, sondern durch sein Licht gefunden wurden.
Ute Kehse





