von KLAUS ZINTZ
Nur kurze Zeit schwebt die Röhre mit dem schweren Metallaufsatz über der Wasseroberfläche. Dann versinkt der Apparat zügig im Bodensee, der an dieser Stelle etwa 50 Meter tief ist. Am Grund angekommen, bohrt sich die Röhre in das Sediment. Nun wird der Apparat wieder mit der Seilwinde nach oben gezogen und an Bord des Forschungsschiffs Kormoran gehievt. Nachdem der Inhalt der Röhre – der Sedimentkern – herausgedrückt und halbiert worden ist, liegt die Geschichte des Sees wie ein offenes Buch vor den Limnologen, wie die Experten für Binnengewässer im Fachjargon heißen. In diesem „Buch“ haben schichtförmige Ablagerungen das Geschehen in der Vergangenheit dokumentiert – ähnlich wie Jahresringe bei Bäumen. Besonders dicke Schichten bezeugen Hochwasserereignisse. Und die Farbe gibt Hinweise auf die Wasserqualität zum Zeitpunkt der Ablagerung.





