Seine Kindheit am Fuß der Schwäbischen Alb schildert Schlayer als wahre Idylle. Der gesunden Luft verdankte er seine prächtige physische Entwicklung, der Großzügigkeit seines Vaters – der eine Lederfabrik besaß – herrliches Spielzeug, das dieser aus den Beständen des Stuttgarter Schlosses ersteigert hatte. Ein erster Schicksalsschlag war der frühe Tod des Vaters. Schlayer hätte später die Fabrik übernehmen sollen, wofür er zu diesem Zeitpunkt jedoch noch zu jung war. So ging er zuerst in die Lateinschule in Herrenberg, hätte dann gerne studiert, musste sich aber in eine Kaufmannslehre fügen. Das kurze Intermezzo als Angestellter bei BASF in Ludwigshafen wurde für ihn zum „Fiasko“, da er „nur zum Vorgesetzten geboren war und nie zum Angestellten taugte“.
Die Episode seines Militärdienstes beschreibt Schlayer voller Enthusiasmus. Er macht keinen Hehl aus seiner Begeisterung für das Soldatenleben, die sich auch im Ersten Weltkrieg wieder äußern sollte. Insgesamt spart Schlayer nicht mit dem Lob seiner eigenen Persönlichkeit, die es ihm infolge „physischer Vorzüge“ sowie „schnellerer Auffassung“ und eines „zupackenden Charakters“ erlaubte, sich im Vergleich zu seinen Soldatenkameraden hervorzutun. Schlayer scheint später auch in geschäftlicher Hinsicht von seinem Wirken überzeugt: „Ich säte auf meinen Wegen Fortschritt und Aufklärung in allen landwirtschaftlichen Dingen, durch Anschauung und Predigt.“ Gleichzeitig bemüht er sich, die Entwicklung seines Selbstbewusstseins nachzuzeichnen und auch punktuelle Einbrüche klar darzustellen, etwa nach dem Ersten Weltkrieg, als er seinen wirtschaftlichen Misserfolg mit seiner eigenen „geistigen Verirrung“ begründet.
In der Tat kann man Schlayer als einen erfolgreichen Geschäftsmann bezeichnen, der sich in einem ihm bis dahin unbekannten Land eine respektable Stellung erarbeitet hat. Nach seiner Anfangszeit als Mitarbeiter im Geschäft eines Ludwigsburger Unternehmers, der Apparate für den Weinbau verkaufte, wurde er erst dessen Teilhaber mit einer eigenen Niederlassung in Madrid und übernahm schließlich im Jahr 1910 die gesamte Firma. Vom ersten Tag an beobachtete Schlayer die Bewohner des Landes und deren Kultur sehr genau. Insofern ist ein großer Teil seines Erfolges sicherlich darauf zurückzuführen, dass sich Schlayer mit seinem Unternehmen stets auf die Bedürfnisse und Eigenheiten der Spanier eingestellt hat: Er tritt als „beratender Freund“ auf, kritisiert aber gleichzeitig das „Steinzeitalter“, in dem sich die spanische Landwirtschaft und ihre „Höhlenbewohner“ immer noch befänden. Schlayers Ausführungen über Land und Leute sind sehr unterhaltsam und lockern den Text auf. Der Leser erfährt viel über die sonderbaren Ess- und Trinkgewohnheiten der Spanier um die Jahrhundertwende: Laut Schlayer tranken diese den gratis und „à discrétion“ zum Essen bereitgestellten Rotwein nicht aus Gläsern, sondern schütteten ihn direkt aus gläsernen „Buddeln“ in ihren Mund. Dabei stellt er anerkennend fest, dass sich die Spanier von den Deutschen in zweierlei Hinsicht unterschieden – sie seien so gut wie nie betrunken und würden sich auch keine „Schmerbäuche“ anfressen.




