Paläontologen haben in der Inneren Mongolei die Überreste eines riesigen, vogelartigen Dinosauriers gefunden. Mit seinen gefiederten Armen, scharfen Krallen und langen Beinen ähnelt er entfernt heutigen Laufvögeln. Das aus der späten Kreidezeit stammende Tier unterscheidet sich von seinen nächsten Verwandten vor allem durch seine Größe: Es wurde über acht Meter lang und erreichte eine Körperhöhe von mehr als dreieinhalb Metern. Ebenso beachtlich war sein Gewicht von 1.400 Kilogramm, womit er über dreißig Mal schwerer war als die anderen Arten innerhalb seiner Familie, die selten mehr als 40 Kilogramm wogen, so die Forscher um Xing Xu.
Der auf den Namen Gigantoraptor getaufte Dinosaurier konnte durch verschiedene charakteristische Merkmale eindeutig in die Gruppe der Oviraptorosaurier eingeordnet werden. Dabei handelt es sich um flugunfähige Saurier von schlankem Körperbau mit einem langen Schwanz und dreigliedrigen Zehen beziehungsweise Fingern, deren Körper zumindest teilweise mit Federn bedeckt war. Sie gelten als eng verwandt mit unseren heutigen Vögeln.
Anhand von Schnitten durch das Wadenbein konnten die Wissenschaftler das Alter des Dinosauriers auf elf Jahre schätzen, das Tier war bei seinem Tod demnach vermutlich noch nicht ausgewachsen. Die Forscher konnten mithilfe dieser Schnitte auch die Wachstumsgeschwindigkeit von Gigantoraptor abschätzen: Demnach wuchs der Saurier schneller als die meisten Theropoden ? Dinosaurier, die sich auf zwei Beinen fortbewegten ?, einschließlich der großen Tyrannosaurus-Arten.
Die Körpergröße von Gigantoraptor überraschte die Forscher, da bisherige Fossilenfunde darauf hindeuteten, dass sich während der Entwicklung von den Dinosauriern zu den Vögeln die Körpergröße verringerte. Der neu entdeckte Dinosaurier weist eine Reihe von vogelartigen Merkmalen auf, die seinen kleineren Verwandten fehlt. Er passe daher nicht ganz in diese Entwicklungslinie, erhöhe aber die Formenvielfalt der Dinosaurier, so Xing Xu.
Xing Xu (chinesische Akademie der Wissenschaften, Peking) et al.: Nature, Bd. 447, S. 844 ddp/wissenschaft.de ? Tobias Becker





