Mit Recht gilt Johannes Letzner als einer der wichtigsten Chronisten der welfischen Lande im 16. Jahrhundert. Sein Lebenswerk umfasst 14 im Druck erschienene Bücher, die meisten davon historische Werke. Er hinterließ zudem einen wahren Berg unveröffentlicher landesgeschichtlicher Texte, inklusive späterer Abschriften sind es 17 000 Doppelblätter; davon machen die erhaltenen Manuskripte von Letzners eigener Hand rund 5000 Doppelblätter aus.
Geboren wurde Johannes Letzner 1531 in der zum welfischen Teilfürstentum Calenberg-Göttingen gehörenden Stadt Hardegsen als Spross einer angesehenen Bürgerfamilie. Im Alter von 21 Jahren heiratete er die ebenfalls aus Hardegsen stammende 19-jährige Adelheid Rust (gest. 1604). Mit ihr hatte er im Verlauf seiner durchaus nicht immer spannungsfreien Ehe – seine Klagen über das „Creutz / so im Ehstande“ deuten darauf hin – sechs Kinder, die das Jugend- oder Erwachsenenalter erreichten. Nach Adelheids Tod heiratete Letzner im hohem Alter von über 70 Jahren noch einmal. Seine zweite Frau, deren Namen uns nicht überliefert ist, scheint Jahrzehnte jünger gewesen zu sein und überlebte ihn um mindestens 31 Jahre.
Sein universales, breitgefächertes Interesse an der Vergangenheit machte aus dem Pfarrer Letzner einen bis ins hohe Alter rastlosen Forscher, der neben der Verrichtung seines geistlichen Amts immer wieder Forschungsreisen und Exkursionen verschiedenster Art unternahm. Auch von einem Bruchleiden ließ er sich nicht davon abbringen. …
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