Die Londoner Bürger erfuhren die Nachricht als Erste. Am Mittwoch, dem 9. April 1483, begannen in der Abtei von Westminster die Glocken zu läuten; wenig später stimmten die anderen rund 100 Kirchen der Stadt in das Geläut ein. König Eduard IV. war gestorben, nach kurzer Krankheit im Alter von gerade einmal 40 Jahren. Den eng‧lischen Thron hatte er fast 22 Jahre innegehabt. Wer würde ihm an der Spitze des Königreichs folgen?
Die Erbfolge war geregelt. So schien es jedenfalls. Der verstorbene König hatte nicht nur fünf Töchter aus seiner Ehe mit Elizabeth Woodville, sondern auch zwei Söhne. Der Ältere war zwölf Jahre alt, der Jüngere neun. Der Vater hatte noch zu Lebzeiten bestimmt, dass im Fall seines Todes sein ihm loyal ergebener Bruder Richard von Gloucester als Protektor die Regentschaft über den nach ihm benannten Thronfolger Eduard (V.) bis zu dessen Volljährigkeit übernehmen sollte. Das Testament ist nicht erhalten. Sein Inhalt ist überliefert durch eine Aufzeichnung des Erzbischofs von York…
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Prof. Dr. Peter Alter




