
Der Wasserstand an den Küsten dieses Gebiets schwankt während der Gezeiten um zwei bis vier Meter. Dadurch entstehen starke Strömungen zwischen den Inseln: Wie auch im Foto zu sehen, verteilen sie Sand um, bilden Deltas oder graben tiefe Kanäle. Beim genauen Hinsehen fällt jedoch auf, dass an den Ostküsten der Inseln des Archipels – also jener Seite, die zum offenen Meer zeigt – wenige bis gar keine dieser „Sandfalten“ zu sehen sind. Hier ist das Wasser tiefer und die Wellen des Meeres verhindern, dass sich Sandbänke und Watt bilden.
Neben Sandbänken sind links im Bild auch türkise, leicht fleckige Gebiete zu erkennen. Hier wachsen Seegraswiesen. Sie sind ein Paradies für Dugongs – Seekühe, die an den Küsten des Indischen Ozeans und des Westpazifiks leben und als stark gefährdet gelten. Die Dugong-Population am Bazaruto-Archipel ist die letzte bekannte lebensfähige Gruppe an der Ostküste Afrikas. Sie teilt sich die Gewässer um den Archipel mit Meeresschildkröten, Bullenhaien und Schwarzspitzenhaien.
An Land wechseln sich Sandflächen, Felsen, Feuchtgebiete und Vegetation ab. An der Ostküste ziehen außerdem Dünen ihre Bahnen. Weiter im Landesinneren, wie hier auf der nördlichen Insel zu erkennen, reicht die Vegetation von Grasland und Dickicht bis hin zu sandangepassten immergrünen Wäldern. Funde deuten darauf hin, dass die Inseln bereits in der Eisenzeit – etwa zwischen 200 und 300 nach Christus – bewohnt waren. Heute leben rund 7000 Menschen auf drei der Inseln und betreiben dort unter anderem Fischerei.





